Tiroler Frei- und Hallenbäder vor Öffnung: Ein Sommer zum Durchtauchen

Am 19. Mai sperren die Tiroler Frei- und Hallenbäder auf. Besucher müssen genesen, geimpft oder negativ getestet sein. Eine große Herausforderung für die Betreiber wird sein, das zu kontrollieren. Ob dies auch bei großem Andrang möglich sein wird, ist ungewiss.

  • Artikel
  • Diskussion (2)
Gäste müssen geimpft, genesen oder getestet sein und Abstände von zwei Metern einhalten. Trotz vieler Herausforderungen läuten (von links) Patrick Rauter (Bäder-Fachgruppengeschäftsführer), Barbara Traweger-Ravanelli (IMAD) und Bäder-Sprecher Ulrich Mayerhofer den Sommer ein.
© WK Tirol/Die Fotografen

Innsbruck – Völlig ins Schwimmen kommen werden die Betreiber der heimischen Bäder nicht. Selbst wenn ab der Öffnung am 19. Mai viele neue Regeln gelten – im Freien und in der Halle. Für Gäste soll der Besuch so angenehm wie möglich sein. Dass die außergewöhnliche Zeit der Pandemie nicht vorbei ist, werden sie allerdings auch in diesem Sommer spüren

Die Vorfreude auf die Badesaison ist bei den Tirolerinnen und Tirolern jedenfalls groß. Wie aus einer von der Wirtschaftskammer in Auftrag gegebenen Befragung durch das Institut für Marktforschung und Datenanalyse (IMAD) hervorgeht, die gestern präsentiert wurde, wollen 74 Prozent, also knapp drei Viertel, zumindest ab und zu schwimmen gehen. „Nur jeder Zehnte wird Corona-bedingt darauf verzichten“, sagt IMAD-Geschäftsleiterin Barbara Traweger-Ravanelli. „93 Prozent glauben, dass Frei- und Seebäder im heurigen Sommer aufgrund der eingeschränkten Urlaubsaktivitäten eine wichtigere Rolle in der Freizeitgestaltung spielen werden.“

Ulrich Mayerhofer, bei den Innsbrucker Kommunalbetrieben für den Bäderbereich zuständig und zugleich Sprecher aller Tiroler Bäder, ist erleichtert, kommende Woche in die Saison starten zu können. Obwohl dies mit „Wermutstropfen, starken Einschränkungen und Unsicherheiten“ verbunden sei. „Nicht nur in den Hallen-, sondern auch in den Freibädern gilt die Drei-G-Regel. Gäste müssen geimpft, genesen oder getestet sein. Für sie, wie auch für die Betreiber ein Nachteil.“ Letztere müssen laut Mayerhofer nämlich die Einhaltung der Vorschriften kontrollieren, was „beispielsweise im Tivoli, wo 5000 Leute gleichzeitig sein können, logistisch eine große Herausforderung ist. Pro Kassa benötigen wir dafür mindestens einen zusätzlichen Mitarbeiter.“ Bei großem Andrang werde selbst das nicht reichen, befürchtet er. Ansonsten sieht Mayerhofer die Vorgaben für die Freibäder gelassen. Zwischen Personen, die nicht aus einem Haushalt kommen, müssten etwa zwei Meter Abstand gehalten werden – zu Land wie im Wasser. „Nicht gewünscht ist, dass sich die Besucher am Beckenrand auffädeln und länger plaudern.“

Hallenbäder müssen zusätzlich die Kontaktdaten aller Gäste erheben, für jeden von ihnen müssen mindestens 20 Quadratmeter Fläche zur Verfügung stehen. „Einige sperren deshalb gar nicht erst auf. Mit 25 Prozent der Besucher ist eine Öffnung nicht wirtschaftlich machbar.“ Noch weniger im Sauna- und Wellness-Sektor, wo die meisten Einrichtungen zu bleiben werden, erklärt Mayrhofer.

TT-Geburtstag: Jetzt eine von 76 Torten gewinnen

TT-ePaper gratis ausprobieren, der Gratiszeitraum endet automatisch.

„Nachschärfungspotenzial“ bei der Verordnung für die Schwimmanstalten sieht der Bäder-Fachgruppengeschäftsführer in der Wirtschaftskammer, Patrick Rauter. „Vieles ist nicht hundertprozentig gelöst. Wohnzimmertests für den Zutritt können kommen, wie das in der Praxis passieren soll, ist noch unklar.“ (bfk)


Kommentieren


Schlagworte