Nach Überfall auf Kunden: US-Kette stoppt Verkauf von Pokemon-Karten

Außer den Pokemon-Karten werden auch die Sammelkarten der US-Basketball-, Football- und Baseballverbände NBA, NFL und MLB nicht mehr in den Target-Geschäften verkauft.

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Target wird keine Pokemon-Sammelkarten mehr verkaufen.
© Delmas/AFP

Washington – Wie weit der Hype um Pokemon-Sammelkarten ausarten kann, zeigt ein Vorfall in den USA: Vergangene Woche hatten im Bundesstaat Wisconsin vier Männer einen Kunden einer Filiale der Einzelhandelskette Target auf dem Parkplatz angegriffen, um ihm seine Sammelkarten abzunehmen. Der Überfallene zog schließlich eine Waffe, um die Angreifer in die Flucht zu schlagen, gab aber keinen Schuss ab. Target zog nun Konsequenzen und setzte den Verkauf von Sammelkarten aus.

"Die Sicherheit unserer Gäste und unserer Belegschaft ist unsere oberste Priorität", begründete die Kette, die mehr als 1800 Kaufhäuser in den USA betreibt, am Freitag ihre Entscheidung. Außer den Pokemon-Karten werden auch die Sammelkarten der US-Basketball-, Football- und Baseballverbände NBA, NFL und MLB nicht mehr in den Target-Geschäften verkauft.

Horrende Sammler-Preise

Sammelkarten der japanischen Computerspiel-Figuren von Pokemon gibt es bereits seit 1996. Nach Angaben von Branchenkennern haben die Karten in Zeiten der Corona-Pandemie wieder an Popularität gewonnen, weil viele Menschen zu Hause bleiben und auf zahlreiche Freizeitaktivitäten verzichten müssen.

Für seltene Pokemon-Karten wie Pokemon Fireball werden Preise von bis zu 300.000 Dollar (248.000 Euro) bezahlt. Eine Pokemon-Sammelkartenbox aus dem Jahr 1999 war im Februar für 666.000 Dollar versteigert worden. Auch Social-Media-Stars wie der Youtuber Logan Paul heizen den Hype um die Sammelkarten an. Der 26-Jährige hatte in einem Video damit geprahlt, dass er schon fast zwei Millionen Dollar für die Karten ausgegeben habe.

Wegen des Ansturms hatte Target den Verkauf im April schon auf täglich eine Packung Pokemon-Sammelkarten pro Kunden begrenzt. Nun sind sie bei Target nur noch online erhältlich. (APA/AFP)


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