Sieben Listen und die Angst vor der geringen Beteiligung

Österreichs Studierende stimmen ab morgen über ihre Vertretung ab. An der Uni Innsbruck wurden nur knapp 1000 Briefwahlanträge gestellt.

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An der Uni Innsbruck bewerben sich sieben Listen um einen Sitz in der Hochschulvertretung.
© Rita Falk

Innsbruck – Mehr als 28.000 Studierende der Universität Innsbruck sind aufgerufen, ab morgen über ihre Vertreter in der Österreichischen Hochschülerschaft (ÖH) abzustimmen – auf Bundesebene wie auch für die Tiroler Landeshauptstadt. Viele werden von der Möglichkeit nicht Gebrauch machen. Die ohnehin traditionell niedrige Wahlbeteiligung – beim letzten Urnengang vor zwei Jahren in etwa 25 Prozent – droht auch pandemiebedingt weiter zu sinken. Nur knapp 1000 Briefwahlanträge wurden in Innsbruck gestellt.

„Wir rechnen mit einer Beteiligung von 15 bis 20 Prozent“, sagt der aktuelle ÖH-Vorsitzende Johann Katzlinger. Es dürfe jedoch vom geringen Interesse „nicht auf die Wichtigkeit der Gremiums“ geschlossen werden.

Katzlinger ist auch Spitzenkandidat der AktionsGemeinschaft (AG), die bei der Wahl vor zwei Jahren 45 Prozent der Stimmen und 10 Mandate erlangte. „Wir hoffen, dass wir die Absolute verteidigen“, betont er. „Seit 14 Jahren stellt die AG in Innsbruck den Vorsitzt. Wir setzen uns für ein hürdenfreies Studium sowie eine leistbare Stadt ein.“

Die Vormachtstellung der AG brechen wollen die Grünen und Alternativen StudentInnen (GRAS), die im Jahr 2019 mit 26 Prozent der Stimmen und fünf Mandaten zweitstärkste Kraft. „Diese Wahl kann viele Überraschungen bringen“, glaubt Felicia Ladig, eine von zwei GRAS-Spitzenkandidaten, die sich unter anderem für eine ökologische und offene Uni einsetzen will. „Ich rechne mit höchstens fünf Prozent Beteiligung. Das könnte gut für uns sein.“

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Außerdem zur Wahl stehen der Verband Sozialistischer StudentInnen (VSStÖ; 2019: 16 Prozent, drei Mandate), die Jungen Liberalen Studierenden (JUNOS, 2019: sieben Prozent, ein Mandat), der Ring Freiheitlicher Studenten (RFS) sowie zwei kommunistische Listen (KSV-KJÖ und KSV-LiLi). (bfk)

Streit in der linken Koalition bringt VP-nahe AG voran

Wien – Am morgigen Dienstag starten die zweitägigen Wahlen zum Uni-Parlament. Insgesamt sind von Dienstag bis Donnerstag rund 345.000 Studenten an öffentlichen Unis und Privatunis, Fachhochschulen sowie Pädagogischen Hochschulen aufgerufen, ihre Vertretung für die kommenden beiden Jahre zu wählen.

Gewählt wird auf drei Ebenen: Für die Bundesvertretung und die Hochschulvertretung gibt es eine Listenwahl, für die Studienvertretung eine Personenwahl. Die ÖH-Bundesvertretung, also das Studentenparlament, besteht aus 55 Mandataren.

Für die Bundesvertretung stehen acht Listen zur Wahl – und zwar jene, die bereits im Studentenparlament sitzen: Die VP-nahe AktionsGemeinschaft (AG, 15 Sitze), die Grünen und Alternativen StudentInnen (GRAS, 13 Sitze), der Verband Sozialistischer StudentInnen (VSStÖ, 13 Sitze), die Jungen Liberalen Studierenden (JUNOS, 6 Sitze), die Fachschaftslisten (FLÖ, 5 Sitze) sowie zwei kommunistische StudentInnenverbände (KSV-KJÖ und KSV-LiLi) und der Ring Freiheitlicher Studenten (alle 1 Mandat).

Seit Jahren dominiert heuer keine linke Fraktion die ÖH. Die Koalition aus Grünen und Alternativen StudentInnen, VSStÖ und Fachschaftslisten zerbrach vor Monaten nach internen Konflikten. So steht Sabine Hanger von der VP-nahen AktionsGemeinschaft an der Spitze der ÖH.

Die Wahlbeteiligung unter den Studierenden sinkt seit Jahren zum Teil dramatisch. Und diese Woche? Für die Wahlen zur Österreichischen HochschülerInnenschaft sind laut Bildungsministerium 21.112 Wahlkarten beantragt worden. Zum Vergleich: 2019 wurden 8800 Wahlkarten ausgegeben, 2017 waren es 2800. Dies ist nicht zuletzt mit der Pandemie zu erklären. Für Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) zeigt es aber auch, „wie wichtig es den Studierenden ist mitzubestimmen, wer ihre Interessen bis 2023 vertreten soll“. (TT)


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