Kundler Bahnhofskater Attila trat seine letzte Reise an

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Seine Fan-Gemeinschaft in Kundl trauert: Bahnhofskater Attila wird keine Fahrgäste mehr begrüßen. Er verstarb Anfang Mai.
© Haun

Kundl – Grabkerzen und Abschiedsbriefe ziehen die Blicke am Kundler Bahnsteig 1 auf sich. Viele ÖBB-Fahrgäste trauern. Am Samstag vor einer Woche trat Bahnhofskater Attila seine letzte Reise in den Katzenhimmel an – „in Ruhe und schlafend“, wie auf einer Art Parte zu lesen ist.

Der rothaarige Tiger war den Pendlern wohl bekannt, hatte sogar so etwas wie eine eigene Fan-Gemeinschaft, die ihn mit Leckerlis und Streicheleinheiten versorgte. Immerhin war der schnurrende Zugliebhaber seit vielen Jahren regelmäßig am Bahnhof anzutreffen.

Attila schien eine besondere Faszination für die Eisenbahn zu haben. Täglich strawanzte er auf den Steigen und Gleisen herum, kuschelte sich an die Beine der Aussteigenden oder beobachtete die rollenden Riesen ohne Scheu. Einmal soll er sogar mit einem Zug nach Innsbruck gereist sein. Weil man ihn aber kannte, fand er seinen Weg zurück nach Kundl, erzählt man sich dort.

„Attila war für mich nicht nur irgendeine Katze, sondern ein richtiger Freund“, trauert ein Bahnfahrer. „Nun werde ich nicht mehr begrüßt, wenn ich in der Früh zur Arbeit fahre oder abends mein Rad hole“, verabschiedet sich jemand in einem der ausgehängten Briefe von dem Vierbeiner. „Wenn man mit der RoLa vorbeizischte, blieb er ruhig sitzen und schaute zu“, erzählt ein Nutzer in den sozialen Medien. Dort teilten die ÖBB den Katzenjammer und erhielten Hunderte Kommentare mit Fotos, Trauerbekundungen und Danksagungen. Taschentuchalarm: „Danke Attila. Komm gut über die Regenbogenbrücke und schau von deiner Wolke, wie die Züge weiterfahren.“ (jazz, fh)


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