Reuttes BM Salchners Bestellung als Obmann ging daneben

Reuttes neuer Bürgermeister wird – vorerst – nicht Obmann der Regionalentwicklung Außerfern.

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BM Salchner wird – vorerst – nicht Obmann der Regionalentwicklung.
© Mittermayr

Von Helmut Mittermayr

Reutte – Die kürzliche Umwälzung in der Gemeinde Reutte mit dem freiwilligen Ausscheiden Alois Oberers zugunsten seines Listenmitglieds Günter Salchner als neuem Bürgermeister beschert nun der Regionalentwicklung Außerfern (REA) unruhige Zeiten, denn die bisherige REA-Doppelspitze mit Oberer als Obmann und Salchner als Geschäftsführer musste ihre Ämter zur Verfügung stellen – ihre vorgestern in der ersten Vorstandssitzung danach präsentierte Nachfolgeregelung mit Salchner als Obmann wurde aber nicht akzeptiert.

Abstimmung endete elf zu sieben

Auf Antrag von Landtagspräsidentin Sonja Ledl-Rossmann wurde der Punkt Obmannwahl überhaupt von der Tagesordnung genommen. Elf zu sieben endete die Abstimmung darüber. Dem Gremium müsse mehr Zeit gegeben werden, über einen neuen Obmann nachzudenken. Die Maßnahmen nach dem überfallsartigen Rücktritt der gesamten REA-Spitze müssten im Vorstand ausführlicher diskutiert werden können, argumentierte sie. Vorrangig sei die schnelle Findung einer Geschäftsführung, die das operative Tagesgeschäft erledigen könne. Ledl-Rossmann fand zwar eine klare Mehrheit für ihren Antrag, aber die Kritik aus den Reihen der Überstimmten ist massiv.

„Salchner wäre bereit gewesen, die Obmannschaft zu übernehmen und sogar das Strategiepapier der Leaderregion für die EU-Förderperiode ab 2023 noch kostenlos auszuarbeiten. Ein nahtloser Übergang wäre garantiert gewesen. Aber all das zählt nichts“, wunderte sich der Vertreter des Lechtals, BM Heiner Ginther, in der Sitzung. Für ihn ist die Vorgangsweise „schockierend“ und „Salchner gegenüber geradezu beschämend“. Die Hintergründe sind ihm unerklärlich – „alles ein abgekartetes Spiel. Ich weiß nur nicht, ob Reutte oder die ÖVP damit zu tun haben“, sagt Ginther.

Der scheidende Obmann denkt ähnlich: „Wir hätten alles getan, um einen bestmöglichen Übergang zu garantieren. Hier geht es nicht mehr um die Sache.“ Nachdem er in der laufenden Sitzung erklärt hatte, den Obmann auch noch eine kurze Zeit weitermachen zu können, da die Bestellung Salchners abgesagt sei, zieht sich Oberer nun doch mit 31. Mai vollkommen zurück. „Nachdem mich niemand zum Bleiben aufgefordert hat, gehe ich selbstverständlich.“ Ab Juni wird damit sein Stellvertreter, Burgen-GF Armin Walch, die Agenden übernehmen.

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Die Ausschreibung der Geschäftsführung erfolgte hingegen einstimmig. Der oder die Neue würde ein Jahr eingeschult und könnte ab Mitte 2022 übernehmen. Bis dahin soll eine REA-Mitarbeiterin bis zu ihrer Pensionierung das Büro in Pflach führen.


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