Die Könige der Aufholjagd dürfen weiter träumen

Sparkasse Schwaz Handball Tirol wurde seinem Ruf auch im Viertelfinale gerecht. Im Kampf um das Finale trifft man auf Hard. Das erste Duell steigt am Donnerstag.

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Große Emotionen: sowohl beim überragenden Aliaksei Kishou als auch bei den Teamkollegen.
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Von Tobias Waidhofer

Schwaz – „Das war nichts für schwache Nerven“, wusste Anführer Gerald Zeiner – und traf damit den Nagel nach dem 21:20-Sieg gegen Bregenz und dem gleichbedeutenden Einzug ins spusu-Liga-Halbfinale auf den Kopf. Denn wieder einmal hatte Handball Tirol den Kopf aus der Schlinge gezogen. „Es tut sehr weh, wir hatten sie am Rande des Ausscheidens“, seufzte Bregenz-Trainer Markus Burger, um schnell Gratulationen nachzureichen. Dass die Schwazer in 60 intensiven Minuten genau einmal – und das eben ganz am Ende durch das 21:20 – vorne lagen, kann man wahlweise als Punktlandung oder auch als Spiel mit dem Feuer interpretieren. Die Adler, die zwischenzeitlich auch fünf Treffer Rückstand aufwiesen, bleiben die Könige der Aufholjagd.

Wenn wir einem Rückstand hinterherlaufen müssen, sind wir am stärksten. Leider tun wir uns aber manchmal schwer, den leichten Weg zu gehen.
Frank Bergemann, Schwaz-Trainer

Das ist zwar spektakulär, aber nicht gut für das Nervenkostüm von Trainer Frank Bergemann. „Wenn wir einem Rückstand hinterherlaufen müssen, sind wir am stärksten. Leider tun wir uns aber manchmal schwer, den leichten Weg zu gehen.“ Viel mehr gab’s allerdings von Seiten des Bayers nicht zu bekritteln – im Gegenteil. „Wir haben vor allem kämpferisch über 60 Minuten auf hohem Niveau gearbeitet“, schwärmte der Coach, der seiner Mannschaft ein „großes Kompliment“ ausstellte.

"Sonst reden wir uns selbst müde"

Nun stehen die Tiroler erstmals seit 2017 im Halbfinale, schon am Donnerstag (19 Uhr) wartet das erste Duell mit Hard – und damit mit jener Truppe, die Bergemann 2003 zum Meistertitel geführt hatte. „Hard hat sich noch einmal verstärkt, es wird schwer“, weiß der Coach, der natürlich nach intensiven Wochen – das Trio Balthasar Huber, Gerald Zeiner sowie der erneut überragende Schlussmann Aliaksei Kishou waren ja im Jänner bei der WM in Ägypten gefordert – auch in das eine oder andere müde Gesicht blickte. „Auch wenn andere breiter aufgestellt sind, dürfen wir nicht zu viel über Belastung sprechen. Sonst reden wir uns selbst müde“, weiß der mit allen Wassern gewaschene Trainerfuchs Bergemann. Nicht nur Balthi Huber biss ja zuletzt mit Leistenproblemen die Zähne zusammen.

„Wir freuen uns auf die Aufgabe. Wir wissen, was uns gegen Hard erwartet, überraschen werden sie uns nicht“, verspricht Zeiner, der im zweiten Spiel der Best-of-three-Serie am Pfingstmontag auch wieder auf Unterstützung von der Tribüne setzen darf. Zumindest die Inhaber eines Saison-Abos dürfen dann wieder in die Osthalle. Ob die Schwazer auch dann ihrem Ruf als Könige der Aufholjagd gerecht werden?

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