Illegale Regenwald-Rodung für Lebensmittel nimmt weiter zu

Regenwald in der Größe Dänemarks wird jährlich illegal für Agrarprodukte abgeholzt. Nein zu Mercosur-Pakt von EU-Abgeordneten bekräftigt.

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Durch illegale Brandrodungen werden Agrarflächen geschaffen.
© AP

Brüssel, Wien – Regenwald von der Größe Dänemarks wird einem Bericht zufolge pro Jahr für die Produktion von etwa Schokolade, Rindfleisch, Soja und Palmöl illegal abgeholzt. Der Großteil der betroffenen Fläche von rund 4,5 Millionen Hektar liege in Brasilien und Indonesien, heißt es in einem Bericht der Naturschutzorganisation Forest Trends in Washington.

Dahinter folgen unter anderem Bolivien, Kolumbien, Mexiko und Malaysia. Rund ein Drittel der Produkte, die auf den gerodeten Flächen angebaut werden, würden dann exportiert – etwa in die USA, nach China und Europa.

Insgesamt seien fast 70 Prozent des zwischen 2013 und 2019 zur Produktion von Rohstoffen abgeholzten Regenwaldes illegal zerstört worden, hieß es weiter. Der Anteil der illegal gerodeten Fläche sei damit um ein Drittel höher als noch im Zeitraum 2000 bis 2012.

Den von der portugiesischen Ratspräsidentschaft geforderten raschen Abschluss des bereits ausverhandelten Handelspaktes Mercosur zwischen der EU und den südamerikanischen Staaten lehnen die österreichischen EU-Abgeordneten Simone Schmiedtbauer (ÖVP) und Thomas Waitz (Grünen) ab. Unter anderem befürchten sie wegen der niedrigen Produktionsstandards in Südamerika Nachteile für heimische Landwirte. Am Donnerstag treffen sich die EU-Handelsminister in Brüssel, um über das Mercosur-Abkommen zu beraten. Gefordert wird, dass Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) das Nein Österreichs bekräftigt. (APA)

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