Walser nach Auftritt im TT-Studio: „Stehe voll hinter Bundeskanzler Kurz"

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Es seien Konsequenzen zu ziehen, wenn es zur Anklage komme. „Ich persönlich würde zurücktreten“, sagt WK-Präsident Walser am Mittwoch im TT-Studio.
© Rachlé (Archivfoto)

Innsbruck – Nach Landesrätin Beate Palfrader ging ein weiterer prominenter Tiroler ÖVPler auf Distanz zur Bundespartei. Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Walser meinte im TT-Studio in Bezug auf Bundeskanzler Sebastian Kurz: Jeder Politiker müsse selbst entscheiden, was zu tun sei, falls es zu einer Anklage gegen ihn komme. Es seien Konsequenzen zu ziehen. „Ich persönlich würde zurücktreten.“ Er, Walser, wolle nicht beurteilen, wer daran schuld sei, aber „das Gesamtbild der Bundesregierung ist nicht gut“. Das sei auch das, was er bei den Leuten auf der Straße höre.

Auf Facebook und in einem Statement des Tiroler Wirtschaftsbundes ruderte Walser am Donnerstag etwas zurück und betonte: "Ich stehe voll hinter unserem Bundeskanzler Sebastian Kurz - und verwehre mich gegen Vorverurteilungen! Denn: Es braucht jetzt politische Stabilität, um Österreich aus der Covid-Krise wieder auf die Erfolgsspur zu bringen." Die Opposition habe sich entschlossen, diesen Weg zu verlassen und mit parteipolitisch motivierten Strafanzeigen ein Chaos zu verursachen.

📽️ Teaser-Video | TT-Studio mit WK-Chef Walser (Kurzversion)

Hintergrund sind die Ermittlungen der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft gegen Bundeskanzler und ÖVP-Chef Sebastian Kurz wegen einer möglichen Falschaussage im Ibiza-Untersuchungsausschuss. Kurz befürchtet, wie berichtet, bereits mit einer Anklage, weist aber die Anschuldigungen vehement von sich.

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Walser gilt immer wieder als Nachfolge-Kandidat von Günther Platter als Landeshauptmann. Bei der letzten Regierungsumbildung ging Walser allerdings leer aus. „Mich schmerzt das nicht“, meinte er. Er habe als WK-Präsident und Bürgermeister genug zu tun. Platter gab an, 2023 noch einmal bei den Landtagswahlen antreten zu wollen. Er selbst wolle das nicht, sagt Walser. „Ich unterstütze den Landeshauptmann zu hundert Prozent.“

Tirols SPÖ-Chef Georg Dornauer holte die Diskussion indes zurück auf die landespolitische Ebene. "Es bröckelt auch in Günther Platters (ÖVP) Landespartei", meinte Dornauer am Donnerstag in einer Aussendung. Platter habe sich gemeinsam mit den anderen Landeshauptleuten vergangene Woche geflissentlich vor den Kurz-Karren spannen lassen. Dazwischen betone er gerne, dass die Tiroler ÖVP "schwarz" sei. "Das ist mehr als unglaubwürdig. Günther Platter muss sich nun entscheiden: Steht er auf der Seite des Bundeskanzlers oder auf der Seite seiner Parteifreunde in Tirol", erklärte der SPÖ-Chef. (aheu, TT.com)

📽️ Video | TT-Studio mit WK-Chef Christoph Walser (in voller Länge)


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