Nahost-Konflikt: Waffenruhe im Gazastreifen beschlossen

Nach Berichten über einen möglichen Waffenstillstand hat das israelische Kabinett einen Vorschlag Ägyptens einstimmig gebilligt. Uhrzeit für die Waffenruhe wurde noch keine genannt.

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Nach schweren Angriffen auf beiden Seiten wurde am Donnerstag eine Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas beschlossen.
© MAHMUD HAMS

Jerusalem – Das israelische Kabinett hat einstimmig einen Vorschlag Ägyptens über eine Waffenruhe gebilligt. Das teilte ein Sprecher Netanyahus am späten Donnerstagabend mit. Es handle sich um eine einseitige Waffenruhe ohne jegliche Vorbedingungen, die zu einer Stunde in Kraft treten solle, die noch vereinbart werden müsse, sagte der Sprecher weiter. Die politische Führung habe betont, dass die Realität vor Ort das weitere Vorgehen bei den Kämpfen bestimmen werde.

Israelische Medien hatten zuvor berichtet, dass das Feuer im Konflikt mit der islamistischen Hamas im Gazastreifen am Freitag um 02.00 Uhr Ortszeit (01.00 MESZ) eingestellt werden sollte. Die israelische Armee würde demnach ihre Angriffe im Gazastreifen vorerst stoppen. Sollten aber die Palästinenser ihre Raketenangriffe fortsetzen, sei die Waffenruhe umgehend wieder aufgehoben.

Der von der Hamas kontrollierte Fernsehsender Al-Aksa berichtete am späten Donnerstagabend ebenfalls, dass die Waffenruhe um 02.00 Uhr Ortszeit in Kraft treten solle. Dieselbe Zeit nannten auch israelische Fernsehsender sowie die Pro-Hamas-Webseite "Al Resala Net" im Libanon. Schließlich bestätigte am späten Donnerstagabend Taher al-Nuno, ein Berater des Hamas-Chefs Ismail Haniyeh: "Die Waffenruhe ist wechselseitig und tritt beidseitig am Freitag 02.00 Uhr (01.00 Uhr MESZ) in Kraft." Die Vereinbarung sei über die Vermittlung Ägytens zustande gekommen, der "bewaffnete Widerstand" der Palästinenser werde sich so lange an sie halten, so lange dies die israelische Seite tue, fügte er hinzu.

Das österreichische Außenministerium begrüßte die Ankündigung des Waffenstillstands via Twitter: "Israelis und Palästinenser haben das Recht, in Frieden und Sicherheit zu leben."

Direkt nach der Mitteilung über Israels Entscheidung für eine Waffenruhe gab es erneut Raketenalarm in den israelischen Grenzorten am Rande des Gazastreifens.

Der Konflikt war am 10. Mai mit Raketenangriffen der im Gazastreifen herrschenden Hamas auf Jerusalem eskaliert. Israel reagierte darauf mit massiven Angriffen in dem Küstengebiet.

Seit Beginn des Konflikts sind dem israelischen Militär zufolge mehr als 4.000 Raketen aus dem Gazastreifen auf Israel abgefeuert worden, wobei zwölf Menschen ums Leben kamen. Israel reagierte auf den Beschuss mit mehr als tausend Luftangriffen, bei denen nach palästinensischen Angaben mindestens 230 Menschen getötet wurden. Außerdem gab es mehr als 1.600 Verletzte. (APA/Reuters/dpa)


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