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Perspektivwechsel: Es ist wieder Zeit für Musik!

Die 45. Innsbrucker Festwochen der Alten Musik bringen die Stadt mit über 50 Veranstaltungen vom 13. Juli bis zum 29. August unter dem Leitmotiv „Perspektiven“ zum Klingen.

Festwochen-Intendant Alessandro De Marchi leitet die Oper „Idalma“.
© Kiran West

Drei szenische Opernproduktionen, die Ambraser Schlosskonzerte, Aufführungen geistlicher Musik, Festkonzerte, musikalische Darbietungen an öffentlichen Plätzen und vieles mehr werden in diesem Sommer präsentiert. Die Innsbrucker Festwochen stecken bis über beide Ohren in den Vorbereitungen und sind nach einigen Perspektivwechseln voller Vorfreude. Nun möchten sie dem Publikum und den Künstler*innen die Frage nach der ganz eigenen Perspektive auf die Alte Musik stellen. Sie werfen einen Blick zurück auf die Kunst der Renaissance und des Barock, betrachten sie aus der heurigen Perspektive und befreien sie eindrucksvoll von ihrem Staub.

Opern-Raritäten

Mit den Opern „L‘Idalma overo Chi la dura la vince“ von Bernardo Pasquini, Johann Matthesons „Boris Goudenow“ und der „Pastorelle en musique“ von Georg Philipp Telemann gelingt es den Festwochen wieder, drei echte Raritäten auf die Bühne zu bringen.

Die von Intendant Alessandro De Marchi dirigierte Oper „Idalma“ enthält unbändige Leidenschaften der Protagonist*innen sowie permanente Verwechslungen und Missverständnisse. Eine ganz andere Geschichte wird in Telemanns „Pastorelle en musique“ erzählt. Die Handlung, bei der ein Happy End garantiert ist, besticht durch emotionale Turbulenzen. Ein spannendes Drama voller Lug und Trug sowie Herrschaftsgelüsten erwartet das Publikum in der Polit-Komödie „Boris Goudenow“ von Mattheson. Im Rahmen der Barockoper:Jung wird es von Cesti-Finalist*innen und Preisträger*innen des vergangenen Jahres auf die Bühne gebracht.

Wunschkonzert

Gänzlich neue Perspektiven ergeben sich im Zusammenspiel von Publikum und Künstler*in bei „A prima vista“: Das Publikum trifft die Programmauswahl des Konzerts aus über 300 verschiedenen Werken des 17. und 18. Jahrhunderts. Geigerin Leila Schayegh und Cembalist Martin Zimmermann werden die musikalischen Wünsche dann spontan vom Blatt spielen.

Grappa, Scotch & Bourbon

Auf eine musikalische Verkostungsreise nimmt das Publikum im Open-Mind-Projekt ein internationales Folk Baroque Ensemble mit. Im 18. Jahrhundert gaben immer mehr italienische Meister den Ton in den urbanen Zentren der britischen Inseln an und traten in einen regelmäßigen Austausch mit der Fiddle- und Tanzmusik der Highlands. Wohlklingend und melodisch werden Grappa und Scotch gereicht, bevor es über den „großen Teich“ geht und noch der Bourbon serviert wird.

Sophie Rennert
© Pia Clodi

Berührende Momente

Intendant Alessandro De Marchi fügt mit Pasquinis „Caino et Abel“ und Marc-Antoine Charpentiers „Judicium Salomonis“ gemeinsam mit dem Innsbrucker Festwochenorchester, dem Coro Maghini und einem renommierten Solistenensemble rund um Sophie Rennert (im Bild), seiner Erzählung des frühbarocken Oratoriums ein äußerst dramatisches Kapitel hinzu. Für Emotionen dürfte auch die „Messa de‘ Morti“ in c-Moll von Francesco Durante sorgen. Das renommierte Ensemble I Barocchisti unter der Leitung von Diego Fasolis führt das Requiem in der imposanten Kulisse der Hofkirche auf. Mit diesem ganz besonderen Nachtkonzert neigen sich die Innsbrucker Festwochen am 28. August dem Ende zu.

Eindrucksvolle Programme und außergewöhnliche Stimmen

Die Festwochen begeben sich auf einen Streifzug durch die Musik des 16. Jahrhunderts, besuchen musikalische Wunderkammern und Kaffeehäuser und geben sich dem Bachschen Œuvre hin.

Die gefeierten Countertenöre Jakub Józef Orlinski und Valer Sabadus sind jeweils in eigenen Festkonzerten zu erleben. Auf köstlich-kulinarische Spurensuche und den Ursprung des öffentlichen Konzertlebens im deutschsprachigen Raum begibt sich das Ensemble Café Zimmermann. Das dänische Ensemble Concerto Copenhagen widmet sich unter der Leitung des Cembalisten Lars Ulrik Mortensen einem anderen berühmten Bach-Werk: Den Brandenburgischen Konzerten. Ein Wiedersehen gibt es mit der Cesti-Preisträgerin von 2016, Lea Desandre. Die Mezzosopranistin, die zuletzt Erfolge bei den Salzburger Festspielen und dem Théâtre des Champs-Élysées feierte, schlüpft im Konzert „Amazonen“ in die Rollen von machtvollen Königinnen, unerschrockenen Kriegerinnen und zärtlichen Frauen.

Countertenor Valer Sabadus lädt zum Musikalischen Bankett.
© SCHNEIDERPHOTOGRAPHY

Zauberhafte Wesen und Wundersames präsentieren auch die Künstler*innen der Ambraser Schlosskonzerte. Neben Concerto Scirocco, die ihr Publikum im Spanischen Saal in eine Zeit entführen, in der Hexen, Elfen und andere geisterhafte Wesen die Theaterbühnen, Bücher und Phantasien der Menschen bevölkerten, wird das Ensemble Agamemnon die Ambraser „Wunderkammer“ in Musik umdeuten, Tasto Solo das Verhältnis von „Sinn und Sinnlichkeit“ erforschen und Al Ayre Español den Konzertreigen mit Händel und Corelli eröffnen.


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