MG EHS Plug-in-Hybrid: Chinesisch-britische Überraschung

Der MG EHS Plug-in-Hybrid ist zwar günstig, aber alles andere als billig gemacht: Der Hersteller legt Wert auf optische Brillanz, saubere Verarbeitung, gute Materialien und technische Innovationen.

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Knackiger Hochbau: Die Silhouette des MG EHS Plug-in-Hybrid ist nahezu formvollendet.
© Höscheler

Von Markus Höscheler

Schönwies – Der kann nix, der wird nix, das wird nichts – so in etwa hatten wir den Neuankömmling im Hinterkopf, denn schon einige von China aus gestartete Anläufe, den europäischen Pkw-Markt zu erobern, sind gescheitert. Nun versucht es MG Motor, vom Namen her eine britische Marke. Doch von den Eigentümerverhältnissen her steht das Reich der Mitte dahinter. Und ein Produkt, mit dem MG Motor hierzulande auf sich aufmerksam machen will, ist der EHS Plug-in-Hybrid.

Nach erstem Blick, nach erster Sitzprobe, nach ersten Fahreindrücken zerbröselten die oben beschriebenen Grundannahmen: Der könnte ja was, der wird vielleicht was, das mit dem Neuanlauf von MG Motor wird möglicherweise eine Erfolgsgeschichte. Warum? Der EHS, ein Kompakt-SUV, zeigt eine unverhohlen attraktive Formensprache, die in diesem Segment überaus wettbewerbstauglich ist. Offroad-Optik, coupéförmiger Dachlinienverlauf, markanter Kühlergrill, der mit Chromumrandung und Verbindung zu den LED-Scheinwefern dem Zeitgeist entspricht. Innen gibt es nicht die befürchtete Plastikwüste, sondern angenehm weiche, handschmeichelnde Materialien, deren Zusammenfügung stimmig erscheint. Dazu kommen noch zwei große Bildschirme, einer fürs Instrumentarium hinter dem Lenkrad geparkt, einer für das Infotainmentsystem. Das Hochstarten verläuft zwar etwas gemächlich – doch das kennen wir von einigen anderen, etablierten Herstellern bereits. Manche Übersetzung in den Menüstrukturen bedarf eines Updates, die Lesbarkeit der Zahlen der Instrumente ist nicht perfekt. Doch nichts, was unsere grauen Haare mehren würde.

Stattdessen erfreuen wir uns im neuen TT-Dauertester der gelungenen Anbindung ans Smartphone und des sportlich-dynamischen Antriebsstrangs sowie des ausgewogenen Fahrwerks und der gelungenen Lenkabstimmung. Die Kombination aus Elektro- und Benzinmotoren beschert den Insassen einen Sprint von null auf 100 km/h in 6,9 Sekunden. Das Zehngangautomatikgetriebe müht sich redlich, die geeignete Stufenwahl zu treffen und mit beiden Antriebsarten ins Reine zu kommen. Der installierte 16,6-kWh-Lithium-Ionen-Akku sorgt dafür, dass der MG EHS Plug-in-Hybrid für gut 40 Kilometer rein elektrisch unterwegs ist. Unterm Strich: Der kann was, der ist was geworden – und MG Motor hat Erfolgsaussichten.


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