Neueröffnung in einem Jahr: Pfleghaus Anras wird zum Kulturzentrum

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Das Anraser Pfleghaus war Bischofssitz und Sitz der Gerichtsbarkeit. Seine jetzige architektonische Form hat es seit 1754.
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Von Catharina Oblasser

Anras – Die Hochkultur aus den Metropolen herausholen aufs Land: Dieser Satz umreißt das Vorhaben des gestern gegründeten Vereins „Anraser Pfleghaus“. Das genannte Gebäude in der 1240-Seelen-Gemeinde Anras im Osttiroler Pustertal ist einer der bedeutendsten historischen Profanbauten Tirols. Seine aktuelle architektonische Form bekam es im Großen und Ganzen im Jahr 1754. Seit 2013 steht das Pfleghaus leer, zurzeit laufen aufwändige Renovierungsarbeiten.

„Wir wollen kein Museum daraus machen, das nur drei oder vier Monate im Jahr besucht wird“, fasst der Anraser Bürgermeister Johann Waldauf zusammen. „Das Pfleghaus soll viel weitgehender genutzt werden.“ Während die Bauarbeiten noch laufen, haben die Vereinsmitglieder des „Anraser Pfleghauses“ ein Konzept ausgearbeitet. Vorgestellt wurde es gestern vom Bürgermeister, der zugleich Obmann ist, von Vizebürgermeister und Vizeobmann Pepe Kollreider, dem Geschäftsführer Gottfried Unterweger und Sepp Mascher, der sich im Ort für Kultur engagiert.

Nach der Neueröffnung, die im Juni 2022 geplant ist, sollen viele unterschiedliche Veranstaltungen das Haus mit Lebensfreude, Kreativität und Fantasie erfüllen, beschreibt Gottfried Unterweger. „Geplant sind Lesungen, Konzerte, Ausstellungen, Workshops und Fortbildungsveranstaltungen.“ Wichtig ist dem Verein, über die Grenzen hinaus mit Süd- und Nordtirol zusammenzuarbeiten.

Während die Kultur im 2. und 3. Stockwerk zu Hause sein soll, zieht im 1. Stock das Anraser Gemeindeamt ein – voraussichtlich schon im Herbst, wenn die Arbeiten gut vorangehen. Im Erdgeschoß sind Ferienwohnungen und ein Café geplant.

Das Pfleghaus gehört der Messerschmitt-Stiftung. Die Umbaukosten von zwei Millionen Euro tragen die Stiftung und das Land Tirol.


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