Kurz zu Besuch in Tirol, Mission: Image aufpolieren

Bundeskanzler Sebastian Kurz (VP) weilte gestern in Tirol und sagte neue Öffnungsschritte zu. Wirtschaftskammer blieb außen vor.

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Zuerst die Überraschung, dann das obligatorische Handy-Selfie mit dem Kanzler: Sebastian Kurz (VP) auf Stippvisite in einem Modehaus.
© Falk

Innsbruck – Mehrere Minuten nahmen einige Damen Bundeskanzler Sebastian Kurz (VP) gestern während einer Stippvisite mit LH Günhter Platter (VP) in einem vor Kurzem neu eröffneten Mode- und Sportgeschäft im Osten Innsbrucks in Beschlag. Hier ein Selfie, da ein Selfie. Smalltalk – das geht mit Kurz. Knapper Terminplan hin oder her. Es war nicht das einzige Foto, für das Kurz sich allzu bereitwillig hergab. Schließlich tut’s auch dem zuletzt angeschlagenen Image gut.

Denn Freundlichkeit und Herzlichkeit waren nicht gerade das, was Kurz in den vergangenen Tagen um die Ohren schlug. Der Kanzler steht wie selten zuvor unter Beschuss. Als Beschuldigter von der Korruptionsstaatsanwaltschaft geführt, droht ihm wegen angeblicher Falschaussage im U-Ausschuss eine Anklage. Aus Tirol kam auch parteiinterne Kritik. Wie von Bildungslandesrätin Beate Palfrader oder Wirtschaftskammerpräsident Christoph Walser. Letzterer relativierte seine Äußerungen allerdings. Trotzdem: Ist Kurz’ Kurzbesuch gar dadurch motiviert, den Burgfrieden in Tirol wiederherzustellen? Kurz vermied gestern eine Antwort auf diese Frage. Was trotzdem auffällig war: Offizieller Vertreter der Tiroler Wirtschaftskammer war gestern keiner zugegen. Weil keiner eingeladen war, hieß es aus Kammerkreisen. Interpretieren wollte das freilich niemand.

Ansonsten sprachen sich Kurz und Platter gestern mit Vertretern von Kultur- und Traditionsvereinen aus und ab. Die Vereine lechzen nach Erleichterungen auch für ihre Tätigkeit. Kurz versprach’s und verwies auf Gespräche mit den Landeshauptleuten am kommenden Freitag. Im Juni könnten neue Öffnungsschritte folgen.

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