Gartengeräte boomen in der Pandemie: Stihl steigert Umsatz um ein Viertel

Der Gartengerätehersteller Stihl Tirol setzte 2020 erstmals mehr als eine halbe Milliarde Euro um. Mitarbeiterstand wuchs kräftig.

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Der Langkampfener Gartengerätehersteller Stihl baut die Produktion weiter aus. 50 neue Jobs sollen entstehen.
© Thomas Böhm/TT

Langkampfen – In der Corona-Pandemie entdeckten viele Menschen ihren grünen Daumen. Davon profitierte auch der Tiroler Gartengerätehersteller Stihl mit Sitz in Langkampfen. Im Vergleich zum Jahr 2019 konnte das Unternehmen im Vorjahr seinen Umsatz um 26 Prozent oder 121 Millionen Euro steigern. Damit wurde erstmals mit 576,2 Millionen Euro die Umsatzschallmauer von einer halben Milliarde durchbrochen, teilte Geschäftsführer Clemens Schaller am Mittwoch in einer Online-Pressekonferenz mit.

Auch der Mitarbeiterstand wuchs kräftig. Die Zahl der Beschäftigten stieg von 639 im Jahr 2019 auf 702 Mitarbeiter im Jahr 2020. Auch aktuell sei man weiter auf Mitarbeitersuche. Rund 30 Stellen in verschiedensten Unternehmensbereichen seien offen.

Als Grund für das Wachstum nannte Schaller die Corona-Krise: „Wegen der Kontakt- und Reisebeschränkungen verbrachten die Menschen viel Zeit daheim und investierten in Heim und Garten“, meinte er. Besonders bei Rasenmähern und Heckenscheren sei die Nachfrage gestiegen. Laut Schaller sei der Trend zu Akkuprodukten „ungebrochen“, auch Mähroboter und Benzinrasenmäher würden gut nachgefragt. Die Exportquote war 2020 wie auch in anderen Jahren mit 98 Prozent hoch. Der Stihl-Geschäftsführer erwartet auch heuer eine ungebrochene Nachfrage bei akkubetriebenen Gartengeräten. Darauf würden die bisherigen Verkaufszahlen im aktuellen Geschäftsjahr hindeuten.

Schaller zeigte sich insgesamt zufrieden, die Ziele seien erreicht worden. Kurzarbeit habe man – wie im Stammhaus in Deutschland – nicht in Anspruch genommen. Eine Entscheidung, die der Geschäftsführer als „goldrichtig“ bezeichnete.

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Thilo Foersch, kaufmännischer Leiter und gewerberechtlicher Geschäftsführer, sieht Stihl zu seinem 40-jährigen Bestehen „für die Zukunft bestens aufgestellt“. Ende April ist der Spatenstich der Betriebserweiterung für eine eigene Kunststofffertigungsanlage erfolgt, die 2022 in Betrieb gehen soll. Der Neubau sieht eine Anlage mit vorerst zehn Spritzgussmaschinen sowie Freiflächen für zukünftige neue Montagelinien vor. Die Kunststoff-Fertigungsanlage sieht Stihl auch als strategisch wichtig für den Tiroler Standort an. Damit werde ein großer Anteil der Teileversorgung vor Ort sichergestellt. Man spare Logistikkosten sowie Lkw-Fahrten, was auch im Sinne der Klimastrategie sei. 50 neue Arbeitsplätze werden geschaffen, das Investitionsvolumen beträgt 19 Mio. Euro. (ecke)


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