Neue Chance für die Isel: Schutzgebiets-Ausweitung auf Nebenflüsse gefordert

In den nächsten Wochen steht eine neue Verordnung an, die das Natura-2000-Gebiet der Isel als Naturschutzgebiet auf Landesebene festschreiben wird.

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Die Isel in Osttirol muss besser geschützt werden, fordert der WWF.
© Sebastian Frölich

Von Catharina Oblasser

Lienz, Innsbruck – Seit 2018 ist die Isel in Osttirol offiziell als Natura-2000-Schutzgebiet ausgewiesen. Allerdings ohne die Zubringerflüsse Schwarzach, Tauernbach und Kalserbach. Das führte zu vehementer Kritik von Naturschützern.

Jetzt sehen Umweltorganisationen wie der WWF und der Verein „Erholungslandschaft Osttirol“ (VEO) eine neue Gelegenheit, die Schutzzone doch noch auf die Isel-Zubringer auszuweiten. In den nächsten Wochen steht nämlich eine neue Verordnung an, die das Natura-2000-Gebiet der Isel als Naturschutzgebiet auf Landesebene festschreiben wird. „Aufgrund der seitens der EU erfolgten Aufnahme des Gebietes in die Liste der Gebiete von gemeinschaftlicher Bedeutung ist auch eine nationale Unterschutzstellung binnen sechs Jahren unionsrechtlich geboten“, so die Begründung dieses Schritts aus dem Büro von LHStv. Ingrid Felipe.

Das sehen die Umweltorganisationen als „letzte Chance“, die Lücken im Isel-Schutz zu schließen, erklären WWF-Gewässerexpertin Marianne Götsch, VEO-Obfrau Renate Hölzl und Leopold Füreder, Ökologe an der Uni Innsbruck. „Wir haben deshalb einen Antrag beim Land eingebracht, bei der Ausweisung zum Naturschutzgebiet auch die Nebenflüsse einzubeziehen, nicht nur die Isel selbst“, schildert Götsch.

„Die Isel hat international Seltenheitswert“, begründet Hölzl. „Das sehen auch große Teile der Bevölkerung so. Und für den Tourismus ist die Naturbelassenheit des Flusses wichtig, das zeigt die Beliebtheit des neuen Iseltrails.“ Füreder beschreibt die Isel samt Zubringern als Gesamtheit. „Man kann nicht einfach einen Arm kappen, das würde das gesamte System beeinflussen.“ Eines wäre freilich klar, wenn auch alle Zubringerbäche unter Schutz gestellt würden: Kraftwerksprojekte, wie es sie jetzt mehrfach gibt, hätten dann keine Zukunft mehr.

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„Der Antrag wurde der zuständigen Abteilung mit der Bitte um fachliche Prüfung vorgelegt“, heißt es aus dem Büro LHStv. Felipe. „Sobald ein Ergebnis vorliegt, werden wir die Initiatorinnen zu einem Gespräch einladen.“


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