Kia Rio: Koffein für den Knaben aus Korea

Kia überarbeitet seinen Zweitkleinsten: Trendbewusst und mit dezentem Push durch die Mildhybrid-Version zeigt sich der Rio nach dem Facelift in nachgeschärfter Optik als dynamischer Alltagsbegleiter.

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An der Front wurde er verfeinert – jetzt kommt der Kia Rio, hier in der „Gold“-Edition, frech und unternehmungslustig daher.
© Zoller

Von Gregor Zoller

Thaur – Mildhybride können getrost als die leichte Einstiegsdroge in die Welt der Elektrifizierung gesehen werden. Die sanfte Elektro-Unterstützung, die sich an der Bremsenergie des Verbrenners auflädt, löst sicher nicht den großen Kick aus, einen Effekt merkt man aber allemal – und so wird der eine oder die andere sicher zugreifen.

So wie auch wir, in diesem Fall heißt unser Kandidat Kia Rio Gold, in der 120-PS-Topmotorisierung samt 48-V-Batterie für den Mildhybrid-Push. Der Rio ist ja im nahezu überversorgten Kleinwagensegment ein alter Bekannter, seit 2020 rollt er nun nach koreanischer Modellpflege in dezent neuem Kleid, dann eben mit neuer Antriebstechnologie und Neuem bei Assistenten und Infotainment daher.

Besagter Antrieb – das lässt sich nach den TT-Testkilometern berichten – gefällt. Unaufgeregt, aber dennoch spritzig werkelt der 1-Liter-Benziner, die Elektrokomponente sorgt da und dort für schnelleres Drehmoment. Natürlich, Racer ist der Rio keiner, das würde aber auch niemand erwarten. Wie sehr sich der Mildhybride im Verbrauch niederschlägt, hängt am Fahrverhalten. Weniger ist hier weniger, wer also Sprit sparen will, muss den Kleinen auch sanft behandeln. Ausgeglichen und somit dazu passend schaltet das 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe, hier geht gefühlt keine Energie verloren, der Kleine behält seine Agilität über den gesamten Antriebsstrang hinweg, das macht Freude.

Freudige Emotionen auch, wenn man sich in den Korea-Kleinwagen setzt: Denn im Innenraum warten wertige Materialien, in der zweithöchsten Ausstattungslinie „Gold“ sind das schwarzes Kunstleder mit sehr vernünftiger Haptik, mattierte Elemente am Armaturenbrett und fesche Chromleisten, um das Ganze noch ein wenig abzurunden. Auch vom Platzangebot her ist da mehr drin, als man glaubt. In der ersten Reihe fühlt sich der Rio richtig erwachsen an, das liegt eben an der potenten Ausstattung (drüber gäbe es nur mehr die sportlichere GT-Line), andererseits sicher auch am neuen und gewachsenen Display. Dieser 8-Zoll-Touchscreen thront mittig am oberen Ende der Schaltzentrale, stilsicher in das Gesamtbild integriert. Integration ist auch das Stichwort, wenn’s um unsere digitalen Alltagsbegleiter geht: So hat der Rio keine Probleme, mittels Bluetooth zu iPhone und Konsorten eine stabile Verbindung aufzubauen, Apple CarPlay und Android Auto stehen ebenso bereit wie eine praktische Ladeschale, die den stromhungrigen Smartphones zur Labung dient.

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Schließen wir ausnahmsweise mit den optischen Anhaltspunkten. Denn da unterstreicht der Rio weiterhin das ruhige, entspannte Herangehen an diese Thematik: Es tut sich kaum etwas, nur die markentypische „Tigernase“ wurde schmaler gestaltet.

Kia bietet also weiterhin eine gut ausgestattete Alternative in der Arena der Kleinwagen an, siegreich geht der Rio hier hervor, wenn jemandem das Gebotene ab 24.000 Euro wert ist, Ausgeglichenheit und Mildhybrid inklusive.

Die Technik

Motor: Mildhybrid-Benziner

Hubraum: 998 ccm

Drehmoment: 200 Nm bei 2000 U/min

Leistung: 88,3 kW/120 PS

L/B/H: 4065/1725/1450 mm

Gewicht: 1155/1680 kg

Kofferraumvolumen: 325–1103 l

Tankinhalt: 45 l

Höchstgeschwindigkeit: 190 km/h

0–100 km/h: 10,3 Sekunden

Verbrauch: 5,1 l/100 Kilometer

Kraftübertragung: Vorderrad

Preis: ab 24.090 Euro

CO2-Emission: 116 g/km


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