AK Tirol erstritt fast 49 Millionen Euro für Mitglieder

Die AK Tirol führte 2020 rund 324.000 Beratungen durch. AK-Chef Zangerl fordert einen Gleichbezahlungsbeauftragten.

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AK-Chef Erwin Zangerl will mehr Lohngerechtigkeit.
© Böhm

Innsbruck – Bilanz für das schwierige Corona-Jahr 2020 zog die Arbeiterkammer am Freitag. Insgesamt hätten im letzten Jahr 324.040 Beratungen stattgefunden. Unterm Strich habe die AK Tirol 2020 rund 48,6 Mio. Euro für die Mitglieder erkämpft.

Auch der Rechnungsabschluss zeige, wie effektiv die AK Tirol für ihre Mitglieder arbeite. Trotz der Covid-Krise und der damit verbundenen Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt und damit auch Millionen-Einnahmenausfällen für die AK sei ausgeglichen bilanziert worden. „In guten wie in schlechten Zeiten, wir sind für die Mitglieder da, das haben wir gerade im vorigen Jahr einmal mehr unter Beweis gestellt“, so AK-Präsident Erwin Zangerl.

Arbeitsrecht vor Konsumentenschutz, Sozialrecht, Wohn- und Mietrecht – so laute die Reihung der Abteilungen, die von den rund 350.000 Tiroler AK-Mitgliedern 2020 am häufigsten angefragt wurden. Die Beratungszahlen im Arbeitsrecht seien dabei auf über 100.000 gestiegen. Besonders gravierend hätten sich die Auswirkungen der Krise in den Beratungszahlen des AK-Unterstützungsfonds gezeigt, die sich fast verdreifacht haben. Zudem habe die Corona-Krise einmal mehr verdeutlicht, wie groß die Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen immer noch seien. Die AK fordert deshalb einen Gleichbezahlungsbeauftragten mit „echten Kontroll- und Rechtsdurchsetzungskompetenzen“. Noch immer betrage der Einkommensnachteil von Frauen beim mittleren Bruttojahreseinkommen 36,4 % (2019) und selbst bei einer Beschränkung des Vergleichs auf ganzjährige Vollzeitbeschäftigte würden die Bruttojahreseinkommen von Frauen 2019 um 14,3 % unter jenen von Männern liegen.

Dabei seien die Leistungsträgerinnen gerade in den „systemrelevanten“ Berufen, wie Pflege, Handel oder Kinderbildung fast ausschließlich Frauen. „Um die Einkommens-Diskriminierung von Frauen zu bekämpfen, bedarf es endlich wirksamer Maßnahmen“, so Zangerl. (TT)


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