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Schuhe für den Wilden Westen aus Nesselwängle

Das Schuhmacherhandwerk stirbt aus. Dabei hat Walter Rief zu Glanzzeiten Schuhe bis in die USA exportiert. Cowboys in Colorado standen auf seine Kletterpatschen aus Spaltleder.

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An der alten Nähmaschine schwelgt Walter Rief in Erinnerungen.
© Tschol

Nesselwängle – Es ist ein altes, traditionsreiches Handwerk, welches das Leben von Walter Rief geprägt hat. „Aber das Gewerbe gibt es so gut wie nicht mehr“, bedauert der heute 82-jährige Schuhmachermeister aus Nesselwängle. Die Wertschätzung für maßgefertigte Schuhe aus hochwertigem Material hat stark nachgelassen, sei von Massenware aus großen Fabriken verdrängt worden.

Schon als Kind hatte Rief seinem Vater in dessen Schuhmacherwerkstatt über die Schultern geschaut. Rief: „Damals hat man nicht lange darüber diskutiert, was ich einmal werden will. Es war klar, dass ich die Werkstatt übernehme.“ Dabei hatte es ihm als junger Bursch nicht unbedingt die Feinarbeit angetan, sondern vielmehr große Maschinen. „Als Bub wäre ich gerne Raupenfahrer geworden. Planierraupen haben mich sehr fasziniert“, erinnert er sich.


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