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Zwischen Konzentration und Automatismen: Gebärdensprache im Kanzleramt

Seit Corona ist die Gebärdensprachdolmetscherin Marietta Gravogl im Bundeskanzleramt im Einsatz. Kein Job wie jeder andere.

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Marietta Gravogl in ihrem Element: Seit Corona dolmetschte sie viele Pressekonferenzen aus dem Bundeskanzleramt.
© BKA/Tatic

Von Carmen Baumgartner-Pötz

Wien – Fest verwurzelt wie ein Baum steht Marietta Gravogl neben den fünf Hauptpersonen der Pressekonferenz im Bundeskanzleramt. Ganz in Schwarz, damit ihr Outfit nicht ablenkt, verkabelt, mit Knopf im Ohr. „Sehr geehrte Damen und Herren“, beginnt Bundeskanzler Sebastian Kurz – und routiniert dolmetscht Gravogl das Gesagte in Gebärdensprache. „Über solche Sätze darf ich nicht nachdenken, das muss automatisch gehen“, erklärt die 40-jährige Wahl-Burgenländerin. Zwei Dinge seien beim Dolmetschen entscheidend: Konzentration und Automatismen. Eine gute Stunde dauert die PK zu den nächsten Corona-Lockerungsschritten am Freitag im Bundeskanzleramt. Danach weiß Gravogl, was sie getan hat, eine längere Pause ist angesagt. Bei derartigen Terminen, die über eine Stunde dauern, ist normalerweise ein „Co“, also eine zweite Dolmetscherin, dabei. Diese kann bei Bedarf Vokabeln zuwerfen oder übernehmen. „Ein solches Setting alleine zu managen, ist schon eine Herausforderung.“


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