EU will Reisefreiheit ab Sieben-Tage-Inzidenz von 25, Tirol zögert
Reisefreiheit für Geimpfte und jene aus Gebieten mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 25. Pass dauert noch.
Wien, Innsbruck – Die EU-Kommission hat sich für eine weitgehende Reisefreiheit für vollständig Geimpfte in Europa ausgesprochen. Sie sollten nicht mehr in Quarantäne und auch keine Tests mehr vorweisen müssen, erklärte die Brüsseler Behörde am Montag. Für Genesene solle dies ein halbes Jahr lang gelten. Kinder unter sechs Jahren in Begleitung ihrer geimpften oder genesenen Eltern müssten nicht in Quarantäne, von älteren könnten aber Tests verlangt werden.
Alle Reisenden aus Ländern mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von unter 25 sollten ohnehin keinen Beschränkungen unterliegen. Dies ist in der EU derzeit aber nur bei Malta der Fall. Österreich liegt derzeit bei 36 mit sinkender Tendenz. Die Bundesländer Burgenland und Salzburg liegen unter der 25er-Marke, alle anderen darüber. Mit den vorgeschlagenen Regelungen will die EU die zahlreichen Einzelregelungen der Länder bei den Reisen aufheben. Die Vorschläge werden jetzt den Mitgliedsstaaten vorgelegt, die sie billigen müssen.
Tirol will sich weiterhin am Bund orientieren
Tirols Landeshauptmann Günther Platter konnte sich gestern auf keine Inzidenz-Zahl festlegen, ab der er sich dafür einsetzen würde, Corona-Maßnahmen wie beispielsweise das Testen von Gesunden oder das Maskentragen in den Schulen abzuschaffen.
Tirol orientiere sich weiterhin an den Vorgaben seitens des Bundes, erklärte Platter. Es mehren sich die Stimmen, dass bei derart niedrigen Inzidenzzahlen bestimmte Maßnahmen wegfallen sollen. „Die Maßnahmen sollen sicherstellen, dass die Inzidenzen insgesamt weiterhin niedrig bleiben.“ Ein- und Ausreisetests wie jene im Pitztal seien nötig, damit Infektionsketten unterbrochen werden könnten. „Die Tests sind weiterhin wesentlich.“ Derzeit sind 521 Menschen in Tirol positiv getestet bei 755.000 Einwohnern.
Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein gab gestern weitere Reiseerleichterungen bekannt. Ab heute wird die Einreise aus Kroatien, Litauen, den Niederlanden, Schweden und Zypern mit 3-G-Nachweis – getestet, genesen, geimpft –, aber ohne verpflichtende Quarantäne möglich sein. Kann bei Einreise kein aktueller 3-G-Nachweis vorgelegt werden, ist unverzüglich, jedenfalls aber innerhalb von 24 Stunden, ein Test nachzumachen. Als Impf-Nachweis zählt ein in deutscher oder englischer Sprache ausgestelltes Dokument (z. B. gelber Impfpass) über eine Impfung.
Der „Grüne Pass" hat Verspätung
Verzögerungen gibt es indes beim „Grünen Pass“ um „mindestens“ eine Woche. Hintergrund seien notwendig gewordene Anpassungen aufgrund neuer EU-Vorgaben. Aus dem 4. Juni wird also nichts. Einen fixen neuen Starttermin gibt es noch keinen. Die Bundesregierung wollte mit dem „Grünen Pass made in Austria“ schneller als die EU sein. Diese will ihr „Grünes Zertifikat“ mit 1. Juli starten. Es soll EU-weites Reisen möglich machen, allerdings können die Nationalstaaten die Kriterien definieren. So gilt man in Österreich drei Wochen nach der ersten Impfung als geimpft, in Deutschland erst nach der zweiten. In allen Ländern gelten also unterschiedliche Regeln.
Mühsam wird es auch für Genesene. Seit Sonntag ist bekannt, dass Absonderungsbescheide bei Auslandsreisen in der EU nicht für den „Grünen Pass“ anerkannt werden. Dafür braucht es ein „Genesungszertifikat“. Das Gesundheitsministerium ließ gestern wissen, dass es eine automatische Ausstellung des Genesungszertifikats geben solle. Alle bestätigten Corona-Fälle würden in das Epidemiologische Meldesystem (EMS) eingepflegt. Aus diesen Daten würden EU-konforme Genesungszertifikate erstellt, verspricht Gesundheitsminister Mückstein. Eine Support-Stelle soll helfen.
Unklar blieb auch gestern, ob die Selbsttests an der Grenze gültig sind oder nicht. Die Verhandlungen mit Bayern liefen, hieß es gestern. (TT, APA)
Kommentare