Ausreisetestpflicht für Pitztal: „Für alle Beteiligten eine Katastrophe“

Stornos in Umhausen und Unmut im Pitztal ob der Ausreisetestpflicht. Vorerst bleibt Gastronomie offen.

  • Artikel
  • Diskussion (9)
Die Ausreisetestpflicht aus dem Pitztal wird von Bundesheer und Polizei genau kontrolliert.
© Paschinger

Von Thomas Parth

Schmirn, Umhausen, Pitztal – Helle Aufregung herrscht im Pitztal, seitdem die Behörden die Ausreisetestpflicht über das gesamte Tal gezogen haben. „Das ist für alle Beteiligten eine Katastrophe, die wir vermeiden wollten“, beteuert die Imster Bezirkshauptfrau, Eva Loidhold. Doch habe man handfeste Hinweise durch das Contact-Tracing, dass sich sowohl in Umhausen als auch in Wenns Gastronomie-Betriebe nicht an die Corona-Regeln gehalten hätten. Diesbezüglich hat es die entsprechenden Aufrufe der Gesundheitsbehörde gegeben. Leider, so Loidhold, habe es auch private Feiern gegeben, die das Virus weiterverbreitet haben. „Wir arbeiten sowohl im Contact-Tracing als auch in der Bescheiderstellung eng mit dem Corona-Zentrum in Innsbruck zusammen“, bestätigt Loidhold.

Das rasche Handeln wurde durch explosionsartige Entwicklungen der Fallzahlen, quasi über Nacht, nötig. Warum gerade im Bezirk Imst offenkundig mehrfach gegen Regeln wider jegliche Vernunft verstoßen wird, kann sich die Bezirkshauptfrau nicht erklären und richtet daher einen Appell an die Bevölkerung: „Beachten Sie bitte die 3-G-Regeln sowie die Abstände!“ Obwohl es sich um zwei Gastronomie-Betriebe handelte, die in Umhausen und Wenns zur Verbreitung beigetragen haben, sind vorerst keine Verschärfungen in dieser Branche vorgesehen, so Loidhold. Darüber zeigt sich BM Walter Schöpf aus Wenns erleichtert: „Wenigstens das!“ Er empfindet die verstärkten Abstandskontrollen in der Pitztaler Gastronomie als ausreichend. „Wir waren die vergangenen Tage damit beschäftigt, die Teststraßen zu organisieren“, zeigt sich der Bürgermeister etwas ermüdet. Warum sich Einzelne nicht an die Schutzmaßnahmen halten? „Für mich ist das unerklärlich!“, so Schöpf.

Die Ausreisetestpflicht für das Pitztal ist für alle Beteiligten eine Katastrophe, die wir vermeiden wollten.
Eva Loidhold (Bezirkshauptfrau von Imst)
Eva Loidhold

Die Verbindung Wenns-Fließ über den Piller wird vom Bundesheer, die Ausreise aus dem Pitztal über Arzl von Bundesheer und Polizei gemeinsam kontrolliert. Die Verbindung Arzl-Roppen über die Weiler Wald und Waldele ist gesperrt.

Man gehe davon aus, dass durch die Einführung der Ausreisetestpflicht die Fallzahlen in einer Region in der ersten Woche weiter ansteigen, da man unerkannte Fälle entdeckt. Die Imster Bezirkshauptfrau rechnet erst ab der zweiten Woche mit rückläufigen Zahlen. Anders in Umhausen, wo bereits zum zweiten Mal die Testpflicht verlängert werden musste. „Wir hatten eine gute Reservierungslage in Hotels, Camping und Appartements und haben jetzt, aufgrund der Ausreisetestpflicht, mit einer Storno-Welle zu kämpfen“, bestätigt Leo Holzknecht, Gemeinderat in Umhausen und Destinationsmanager bei Ötztal Tourismus. „Alles stand für die Eröffnung der Sommersaison bereit“, bestätigt der Touristiker: „Gegen Covid-Auflagen zu verstoßen, ist kein Kavaliersdelikt.“

TT-ePaper gratis lesen und Weber-Grill gewinnen

TT-ePaper gratis ausprobieren, der Gratiszeitraum endet nach 4 Wochen automatisch.

In Schmirn hofft man noch, eine Ausreisetestpflicht mit all ihren Folgen abwenden zu können, bestätigt BM Vinzenz Eller: „Am Donnerstag von 10 bis 18 Uhr werden Gurgeltests im Mehrzwecksaal der Gemeinde durchgeführt.“ Mögliche Überträger sollen so identifiziert und abgesondert werden.


Kommentieren


Schlagworte