AUA verabschiedete letzten Dash-Flieger in Innsbruck

Am Montag ging eine Ära zu Ende: Das letzte Propellerflugzeug aus der Tyrolean-Flotte flog die Strecke Wien-Innsbruck-Wien.

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Trotz Corona ließen es sich zahlreiche Wegbegleiter, Stewardessen, Techniker und Piloten nicht nehmen, die Dash zu verabschieden.
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Von Verena Langegger

Innsbruck – „Es ist ein bewegender Moment, immerhin wird eine Maschine ausgemustert.“ Stewardess Ines Viertler hat bei der Tyrolean ihren Job begonnen und ist nun mit dem letzten Dash-Flug von Wien nach Innsbruck geflogen: „Das ist eine besondere Ehre.“ Wehmut schwingt auch bei Flughafendirektor Marco Pernetta beim Anblick der Dash mit, zumal gerade dieses kleine Flugzeug in der derzeitigen Corona-Krise nicht unpraktisch wäre, wie er sagt.

Der Aufschwung der Fluglinie Tyrolean ging mit dem des Flugzeug-Modells Dash einher. Ende der 1960er-Jahre sollte der sehr stark zurückgegangene Flugbetrieb am Flughafen Innsbruck neuen Schwung erhalten, erzählt die Expertin für den Flughafen Innsbruck, Tanja Chraust. Jakob Ringler habe in Gernot Langes-Swarovski und Christian Schwemberger-Swarovski Ende 1977 die notwendigen Investoren gefunden.

1978 fand schließlich die Präsentation der von der De Havilland Aircraft Company entwickelten Turboprop-Maschine der Type DHC-7 , kurz Dash 7, statt. Als eine der ersten Regionalfluglinien weltweit wurde Tyrolean Airways im Jahr 2005 durch die IATA mit dem IOSA-Zertifikat ausgezeichnet. 2012 wurde der gesamte Flugbetrieb der Tyrolean an die AUA – die immer mitbeteiligt war – übergeben, mit April 2019 begann die AUA ihre Bombardier Q400-Flotte schrittweise bis jetzt abzubauen. Auch Stellen wurden in Innsbruck gestrichen, 200 Jobs in den Bundesländern aufgegeben, 43 Piloten und Stewardessen in der so genannten „dezentralen Crew-Base“ Innsbruck wurden Jobs in Wien angeboten.

Schrittweise über die Jahre wurde der Standort zurückgefahren. Im Februar 2018 wurde der Abbau von 80 der 110 Mitarbeiter bei der AUA-Tochter Tyrolean Technik bekannt gegeben. AUA-Vorstand Michael Trestl betonte gestern die Bedeutung des Flughafens Innsbruck, denn die Strecke Innsbruck-Wien sei mit der Bahn nicht in drei Stunden zu schaffen. Das neue Flugzeug, eine Embraer, habe immerhin 120 Plätze (statt 76 wie in der Dash), zudem gebe es mehr Platz fürs Handgepäck. Auch der CO2-Verbrauch pro Kopf sei geringer als bei der Dash. Heuer rechnet Trestl mit einem Flugvolumen von 40 bis 45 Prozent im Vergleich zu 2019. Ebenfalls mit Wehmut schauen die ehemaligen Fluhafendirektoren Reinhold Falch und Hans Jilg in den Himmel, denn Flugzeuge fliegen – bis auf die Dash – am Montagnachmittag keine.

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