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David Schalko im TT-Interview: „Auch das Virus wurde politisiert“

David Schalko präsentiert seinen Roman „Bad Regina“ heute in Innsbruck. Die TT hat mit ihm über ein rückwärtsgewandtes Europa, risikobefreites Fernsehen und die Fallhöhe politischer Saubermänner gesprochen.

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David Schalko schuf mit „Braunschlag“ eine Sternstunde der jüngeren ORF-Geschichte. Seine neue Serie „Ich und die Anderen“ wird bei Sky laufen.
© APA

Von Joachim Leitner

Innsbruck – David Schalkos neue Serie „Ich und die Anderen“ wird am 9. Juni beim Sommer-Special der Berlinale gezeigt – und kommt am 11. Juni bei der Diagonale in Graz zur Österreich-Premiere. Ab 29. Juli startet der Mehrteiler auf Sky. In der vergangenen Woche wurde zudem öffentlich, dass der Regisseur und Autor neuer Präsident der Thomas-Bernhard-Gesellschaft wird. Schalkos jüngster Roman „Bad Regina“ erinnert in Ton und Atmosphäre an Bernhards Texte. Heute Abend präsentiert er ihn in Innsbruck.

„Bad Regina“ spielt in einem untergehenden alpinen Tourismusort. Es liegt nahe, den Roman als Allegorie auf Europa zu lesen.

David Schalko: Man kann ihn auch als realistische Geschichte lesen, die mit Bad Gastein ein ganz reales Vorbild hat. Aber sie hat auch etwas Sinnbildliches. Schon allein weil der Kurort an sich ein Sinnbild für das literarische Europa des 20. Jahrhunderts ist – und der Tourismus in der Kunst und im echten Leben immer auch ein Bild für den Ausverkauf kultureller Werte ist. Für mich war diese Atmosphäre einer verlassenen Stadt der Ausgangspunkt. Die Frage, was mit deren Bewohnern, die mit der Stadt zu Ruinen wurden, passiert.

Eine dunkle Vision.


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