Bis zu 15 Prozent aller Paare in Österreich ungewollt kinderlos

Das Thema Fruchtbarkeit rückt laut Experten oft zu spät in den Fokus. Durch Hollywoodstars und Filme wird sie häufig überschätzt. Mit 40 noch unkompliziert schwanger werden zu können ist nämlich aus medizinischer Sicht sehr unrealistisch.

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Symbolbild.
© StockSnap/Pixabay

Wien – Jedes vierte Paar mit Kinderwunsch habe Schwierigkeiten, schwanger zu werden, zehn bis 15 Prozent aller Paare seien ungewollt kinderlos: Das Thema Fruchtbarkeit rückte oft zu spät in den Fokus, warnte Andreas Obruca, Präsident der österreichischen IVF-Gesellschaft, am Weltelterntag: Ab Mitte 30 sinke die Chance auf eine Schwangerschaft, mit 40 Jahren betrage sie nur noch fünf bis zehn Prozent pro Zyklus.

"Hollywoodstars und Filme vermitteln einen falschen Eindruck. Viele Paare glauben, mit 40 noch unkompliziert schwanger werden zu können, dies ist aus medizinischer Sicht einfach sehr unrealistisch", sagte Heinz Strohmer, mit Obruca Gründer und ärztlicher Leiter des Kinderwunschzentrums an der Wien. "Während Vorsorgeuntersuchungen wie die Mammographie oder der PAP-Test bereits in der Gesellschaft etabliert sind, ist die Vorsorge für die eigene Fruchtbarkeit noch nicht angekommen."

Die Hälfte aller ungewollt kinderlosen Frauen zwischen 30 und 39 habe nie Zweifel an ihrer Fruchtbarkeit gehabt. Knapp zwei Drittel in dieser Altersgruppe und ein Drittel zwischen 40 und 50 Jahren halten sich noch für sehr oder eher fruchtbar. Nicht ganz die Hälfte aller Befragten in einer Marketagent-Erhebung kannte aber ein Paar, bei dem Probleme bei der Befruchtung auftraten. Jede vierte Frau kenne auch ein Paar, das psychisch darunter leidet.

"Gerade bei jungen Frauen gibt es selten Anzeichen für eine eingeschränkte Fruchtbarkeit, dabei lässt sich die Fertilität gut messen und durchaus bis zu einem gewissen Grad planen und begünstigen", erläuterte Obruca. Mittels AMH-(Anti-Müller-Hormon)-Test oder Ultraschall könne man überprüfen, wie viele reifungsfähige Eizellen bestehen. Nur fünf Prozent der Frauen hätten bisher aus Eigeninitiative oder auf Empfehlung eines Frauenarztes einen Fruchtbarkeitstest gemacht.

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Junge Frauen seien auch offen für "Social Freezing". In Österreich ist ausschließlich das "Medical Freezing" erlaubt, Frauen dürfen nur aus medizinischen Gründen ihre Eizellen einfrieren lassen. Laut Umfrage würden rund 40 Prozent der 20- bis 29-Jährigen sich diese Möglichkeit ohne medizinische Indikation wünschen. Über alle Befragten ist die Zustimmung zum "Social Freezing" mit 17 Prozent deutlich geringer, bei "Medical Freezing" beträgt sie knapp 40 Prozent. (APA)


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