Mazda2 als Mildhybrid: Initiation in den Kodo-Kult

Bereits Mazdas Kleinster verkörpert die Formensprache und Ausgeglichenheit der Marke: Eleganz und Energie schwingen mit, wenn der Mazda2 vorfährt, im Test als Mildhybrid.

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Strahlendes Weiß: Der Mazda2 in der 100-Jahr-Edition mag zwar ein Kleinwagen sein, die Design-Philosophie von Mazda verkörpert er aber wie die Großen.
© Zoller

Von Gregor Zoller

Grieß im Sellrain – „Jinba Ittai“, das ist nicht etwa eine geheime Initiationsformel, um in den Bund der Mazda-Fahrer aufgenommen zu werden. Vielmehr steckt hinter diesem japanischen Wort ein wesentlicher Teil der Philosophie der Autoschmiede mit Hauptsitz im Süden Japans. „Jinba Ittai“ steht für die Einheit aus Pferd und Reiter im japanischen Bogenschießen, also ein historischer Begriff voll kultureller Bedeutung. Und genau dieses Bild schreibt sich Mazda auf die Fahnen – neben der bekannten und über die letzten Jahre sehr prägenden Kodo-Designmaxime.

Die Einheit von Fahrzeug und Fahrer, das wollen die Japaner auch bei ihrem Kleinsten herstellen: Der Mazda2 kommt mit dem aktuellen Facelift unverkennbar in der Optik der Marke daher und bringt unter anderem mit einer Mildhybrid-Variante auch Innovationen unter der Haube mit an Bord.

Außen also alles im Sinne von „Kodo – Soul of Motion“. Mazda schwärmt in der Beschreibung seines Kleinen, dass die Linienführung und das Karosseriedesign „selbst im Stillstand den Eindruck von Bewegung“ schaffen. Zugegeben, das klingt etwas abstrakt, Fakt ist aber, dass der Mazda2 ein Fescher ist, der es auf seine eigene Art und Weise schafft, die beschriebene Dynamik und Sportlichkeit mit der richtigen Portion Eleganz zu kombinieren. Die neuen 16-Zoll-Felgen unterstützen den geschärften Look natürlich, die weiße Lackfarbe strahlt zwar gerade an Sonnentagen (und nach einem Waschstraßenbesuch) eine besondere Reinheit und Frische aus, das klassische Mazda-Rot stünde aber auch dem Baby-Mazda wohl besser. Aber Geschmäcker sind verschieden, die objektive Wahrheit ist: Beim neuen Exterieur-Design haben die Japaner ziemlich viel richtig gemacht. Matrix-Voll-LED-Scheinwerfer, damit es hier wieder um harte Fakten geht.

Die Feinheiten im Antrieb mag der Fahrer nicht sofort merken, aber vielleicht ist es gerade dieser subtile Unterton, der das Fahrerlebnis selbst in diesem Kleinwagen so angenehm macht. Der 90-PS-Verbrenner mit Mazdas Skyactive-Technologie wird in der Version im TT-Test unterstützt von einem Starter-Generator und Stromspeicher.

Dieses Duo greift dem Benziner an den richtigen Stellen unter die Arme, sodass ein Verbrauchswert herauskommt, der wohl für Ausgeglichenheit der Fahrenden sorgt, wenn sie an der Tankstelle den Durst des Kleinen stillen müssen. 4,1 Liter sagt der Hersteller – bei agiler Fahrweise, die der Mazda2 definitiv hergibt, schaffen wir diesen Wert im Test nicht. Bei den wenigen Kilometern, die der City-Mazda auf dem Tacho stehen hat, aber auch kein Wunder.

Apropos City: Wer mit dem Kleinen durch die Stadt düst, freut sich über die i-Activesense-Systeme, denn die stellen einen 360-Grad-Monitor (Rückfahrkamera) zum Einparken bereit und auch praktische Sicherheitsfeatures wie einen Notbremsassistent mit Fußgängererkennung.

Dann sind da noch das Head-up-Display und der 7-Zoll-Touchscreen für gute Konnektivität und Übersicht – und wer all diese Fakten verdaut hat und in den bequemen Sitzen des Mazda2 Platz nimmt, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit bereit für den Zustand des „Jinba Ittai“.

Die Technik

Motor: 4-Zylinder-Mildhybrid-Benziner

Hubraum: 1496 ccm

Drehmoment: 148 Nm bei 4000 U/min

Leistung: 66 kW/90 PS

L/B/H: 4065/1695/1495 mm

Gewicht: 1100/1536 kg

Kofferraumvolumen: 280 – 950 l

Tankinhalt: 44 l

Höchstgeschwindigkeit: 183 km/h

0 – 100 km/h: 9,8 Sekunden

Verbrauch: 4,1 l/100 Kilometer

Kraftübertragung: Vorderrad

Preis: ab 17.190 Euro

CO2-Emission: 94 g/km


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