Kanada ist Eishockey-Weltmeister: 3:2 nach Verlängerung gegen Finnen

Kanada hat sich etwas überraschend in Lettland zum Eishockey-Weltmeister gekürt. Der Weltranglistenerste bezwang im Endspiel Titelverteidiger Finnland. Während sich die US-Amerikaner ihre vierte Bronzene seit 2013 sicherten, muss der Olympiazweite Deutschland weiter auf seine erste WM-Medaille seit 1953 warten.

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Rekordchampion Kanada ist zum 27. Mal Eishockey-Weltmeister.
© AFP/GINTS IVUSKANS

Riga – Rekordchampion Kanada ist zum 27. Mal Eishockey-Weltmeister. Die so schlecht wie noch nie in das Turnier gestarteten Nordamerikaner besiegten am Sonntag in Riga im Finale Titelverteidiger Finnland 3:2 nach Verlängerung (0:1,1:0,1:1 - 1:0). Das entscheidende Tor erzielte Nick Paul in der 67. Minute. Damit nahmen die Kanadier Revanche für die Endspielniederlage beim jüngsten WM-Turnier 2019. Damals hatten sie in Bratislava gegen die Finnen mit 1:3 den Kürzeren gezogen.

KHL-Stürmer Mikael Ruohomaa brachte Finnland in der neunten Minute aus kurzer Distanz unmittelbar nach Ablauf eines Überzahlspiels in Führung. Der nach einer Druckphase der Kanadier verdiente Ausgleich gelang in der 25. Minute Maxime Comtois von den Anaheim Ducks aus einem Gestocher im Powerplay. Wenige Minuten später jubelten sie erneut, das vermeintliche 2:1 der mittlerweile spielbestimmenden Kanadier durch Adam Henrique wurde aber nach Protest der Finnen und Videostudium der Unparteiischen wegen Abseits aberkannt.

Im Schlussdrittel waren die Finnen in einem hochklassigen, aber taktisch geprägten Schlagabtausch wieder auf Augenhöhe, und prompt fiel auch das 2:1. Verteidiger Petteri Lindbohm nutzte in der 46. Minute einen sich öffnenden Freiraum im Angriffsdrittel für einen präzisen Schuss ins lange Eck. Kanada schlug aber bald darauf erneut in Überzahl zurück, diesmal zählte der Treffer von Kapitän Henrique (53.). Der Rest der regulären Spielzeit blieb torlos, in der Verlängerung schlug schließlich Stürmer Paul von den Ottawa Senators zu. Die Vorlage kam von Connor Brown, der im Finale drei Assists verbuchte.

Für Kanada ist es der erste Titel seit 2016, die Finnen verpassten hingegen ihren insgesamt vierten. In der Gruppenphase hatte Finnland sich noch mit 3:2 nach Penaltyschießen gegen den neuen Weltmeister behauptet. Im Halbfinale waren die gerade noch in die K.o.-Phase gekommenen Kanadier gegen die USA mit 4:2 erfolgreich gewesen, im Viertelfinale hatten sie Russland ausgeschaltet. Die Finnen hatten im Semifinale Deutschland 2:1 bezwungen.

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Die USA haben sich zuvor mit einem 6:1-Kantersieg gegen Deutschland Rang drei geholt. Während sich die US-Amerikaner ihre vierte Bronzene seit 2013 sicherten, muss der Olympiazweite Deutschland weiter auf seine erste WM-Medaille seit 1953 warten. Auch bei ihrer Heim-WM 2010 hatten die Deutschen Rang vier belegt.

Christian Wolanin (6.), Conor Garland (27.), Jack Drury (29.), Jason Robertson (32.), Trevor Moore (33.) und Ryan Donato (50.) trafen für die USA. Für den deutschen Ehrentreffer sorgte Dominik Bittner (50.). (APA)


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