Euphorisches Aufatmen, finstere Atemnot: Windkraft im Haus der Musik

„Break the Silence“: Das Bläserensemble Windkraft startet am Sonntag im Haus der Musik Innsbruck in seine Konzertsaison.

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Cornelius Obonya (l.) steht beim Windkraft-Konzert am 19. Juni auf der Bühne. Kasper de Roo ist Leiter der Kapelle für Neue Musik.
© APA,Kristen

Innsbruck – Für das erste Konzert von Rotterdams Philharmonisch Orkest nach dem ersten Corona-Lockdown komponierte Mathilde Watenaar die „Fanfare to break the Silence“. Beim ersten Windkraft-Konzert nach den neuerlichen Veranstaltungsstopps kommt das Stück am Sonntag, 13. Juni, zur österreichischen Erstaufführung.

Kasper de Roo, der künstlerische Leiter von Windkraft, hat den ersten Auftritt seiner „Kapelle für Neue Musik“ mit „breath – souffle – Atem – respiro – anapnoi“ überschrieben. „Die Erfahrungen der vergangenen Monate hallen durch das Programm“, sagt er. Watenaars Stück wird den Abend im Innsbrucker Haus der Musik als „Ausdruck der Freude, wieder musizieren zu könne“, rahmen. Dazwischen allerdings wird mit Kompositionen von Iannis Xenakis („Khal Perr“), Arvo Pärt („Arbos“) und Georg Friedrich Haas auf Finsteres ausgeleuchtet. Haas ist dabei mit gleich zwei Arbeiten vertreten: „... über den Atem, die Stille und die Zerbrechlichkeit ...“ gemahnt – obwohl gut 30 Jahre alt – an Stille und Stillstand der pandemischen Monate; „I can’t breathe“ hingegen ist thematisch erschreckend gegenwärtig: Haas komponierte es 2014, nachdem ein Afroamerikaner am Würgegriff eines Polizisten erstickte.

Den Taktstock überlässt Kasper De Roo am Samstag dem international hochgehandelten Dirigenten Joseph Bastian. Bastian war Bassposaunist des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks. „Nicht nur deshalb ist er hervorragend geeignet für das herausfordernde Programm“, sagt de Roo.

Das Konzert ist auch Auftakt zur Reihe „Die Himmlische Stadt“. Vier weitere Konzerte sind bis 17. Oktober angesetzt. Am 19. Juni beschäftigt sich das Bläserensemble im ORF Tirol mit „Meisterwerken der Neuen Musik“. Auf dem Programm steht neben Stücken von Strawinsky und Hindemith auch Eduard Demetz’ „Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke“. Als Sprecher konnte dafür Cornelius Obonya gewonnen werden.

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Die Konzerte drei und vier finden im Oktober im Rahmen des Zeitimpuls-Festivals in Innsbruck und Götzens statt. (jole)

🎵 Weitere Infos: windkraftmusic.com


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