Kommentar

Immer längere Kurzarbeit: Kommentar zum Arbeitsmarkt in der Krise

Vor 15 Monaten, als sich die Corona-Pandemie auch in Österreich rasch ausbreitete, konnte niemand abschätzen, welche Folgen diese Krise haben, und vor allem auch, wie lange sie dauern würde. Dem ersten Lockdown im Frühjahr 2020 folgte ab Herbst eine mehr als sechsmonatige Zwangspause für eine ganze Reihe von Branchen, allen voran die Hotellerie und Gastronomie sowie der Kulturbereich.

Unzählige Firmen waren wie ihre Beschäftigten völlig unerwartet und schuldlos in eine äußerst dramatische Situation geraten. Eines der wesentlichsten Hilfspakete des Staates war von Anfang an eine großzügige Kurzarbeits-Regelung, vor allem auch um Hunderttausende Arbeitsplätze zu retten – genau deshalb riefen neben der Wirtschaft auch die Gewerkschaften und die AK dazu auf, in Kurzarbeit zu gehen.

Im ersten harten Lockdown schnellte die Zahl der Arbeitslosen auf nahezu 600.000 in die Höhe, dazu waren aber auch noch fast 1,3 Millionen Österreicherinnen und Österreicher in Kurzarbeit. Nicht auszudenken, wenn der Staat diese Möglichkeit nicht geschaffen hätte.

Vieles geht durch den Impf-Fortschritt mit den Öffnungen in die richtige Richtung – klar sichtbar auch durch weiter fallende Arbeitslosen- und Kurzarbeits-Zahlen. Aber noch immer sind etliche Branchen von Normalität weit entfernt. Auch wenn niemand abschätzen konnte, dass die Kurzarbeit länger und länger dauern sollte und jetzt schon 11 Mrd. Euro verschlungen hat: Die jetzt verkündete Verlängerung ist daher alternativlos – und die künftige Aufteilung in zwei Modelle richtig.

Verwandte Themen