Innen- und Altstadtverein Innsbruck: Liebesheirat nach der Krise

Der Altstadt- und der Innenstadtverein wollen sich nach 40 Jahren der Koexistenz zusammentun – aus voller Überzeugung, wie die beiden Obmänner betonen.

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Treffen an der Grenze: Michael Perger vom Altstadtverein und Thomas Hudovernik vom Innenstadtverein (r.) wagen den Zusammenschluss. Die Zukunft liegt im neuen „Zentrumsverein“.
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Von Denise Daum

Innsbruck – So ganz verstanden hat man es ja nie. Zwei Wirtschaftsvereine aus dem Zentrum der Stadt. Innenstadt- und Altstadtverein, die klar abgegrenzt die Interessen der ansässigen Unternehmer vertreten. Ja, diese Trennung sei tatsächlich „absurd“, räumt Thomas Hudovernik, Obmann des Innenstadtvereins, ein. Deshalb soll damit nun Schluss sein. Nach 40 Jahren der Koexistenz werden die beiden Vereine zusammengeführt und treten in Zukunft gemeinsam unter dem Namen „Zentrumsverein“ auf. Ein Arbeitstitel, betont Michael Perger, Obmann des Altstadtvereins. „Der Name ist nicht in Stein gemeißelt“, ergänzt Hudovernik.

Formal müssen für den Zusammenschluss beide Vereine aufgelöst und ein neuer gegründet werden. Dazu braucht es eine Zweidrittelmehrheit der Generalversammlungen, die parallel am 22. Juni stattfinden. Auf einen vorläufigen Vorstand hat man sich bereits geeinigt. Die Obmannschaft übernimmt Perger vom Altstadtverein. Für Hudovernik ein klares Zeichen dafür, „dass nicht ein Verein übernommen oder aufgrund seiner Mitgliederstärke bevorzugt wird“. Größer ist nämlich der Innenstadtverein mit 300 Mitgliedern, der Altstadtverein hat 120. Als Obmannstellvertreter sind neben Hudovernik noch Bernadette Fritsch und Alexander Koller nominiert. Als weitere Gründungsorgane arbeiten Sebastian Schneemann, Thomas Weber, Ulrich Miller und Klaus Plank.

Auf die Frage, warum dieser Schritt so lange gedauert habe, greift Hudovernik in die Phrasenkiste: „Gut Ding braucht Weile“. Es dürfte wohl nicht ganz so einfach gewesen sein. Denn damit tatsächlich gut wird, was lange währt, führten die Verantwortlichen ein Jahr lang Gespräche. Das Verbindende musste erst gefunden und vor das Trennende gestellt werden. Die Corona-Krise hat den Ausschlag gegeben. „Die Herausforderungen sind zu groß, um sie getrennt bewältigen zu können“, erklärt Hudovernik.

Michael Perger ergänzt, dass die Interessenvertretung deutlich effizienter erfolgen könne, wenn man gemeinsam auftritt. Auch mehr Gehör will sich der neue Verein so verschaffen.

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Eines der wichtigsten Themen des neuen Vereins ist die Erhöhung der Aufenthaltsqualität im Stadtzentrum. „Dies ist der Schlüssel für Frequenz, ohne die wir nicht bestehen können“, betonen Hudovernik und Perger.


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