Österreich hinkt nach: Kritik aus Tirol am grünen Schmalspur-Pass

Platter hat kein Verständnis, dass nicht alle 3 Gs abgebildet sind. Kritik auch von SP-Chef Dornauer. Ausreisetestpflicht für Pitztal und Umhausen endet.

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345.000 Tirolerinnen und Tiroler haben zumindest die erste Teil- impfung erhalten. 184.000 Dosen gibt es diese und nächste Woche.
© Böhm

Von Peter Nindler

Innsbruck, Wien – In Tirol hat man sich schon in den vergangenen Wochen intensiv auf den digitalen Impfpass vorbereitet, auch was die reibungslose Meldung von negativen Corona-Tests betrifft. Zugleich gibt es gute Impffortschritte. Doch während bereits mehr als eine Million Bürger in der Europäischen Union über ein digitales EU-Impfzertifikat verfügen, hinkt Österreich beim „Grünen Pass“ noch hintennach. Der elektronische Impfpass startet Ende der Woche noch nicht für Geimpfte. Die ersten Zertifikate mit EU-konformen QR-Codes können nur für genesene und getestete Personen abgerufen werden. Das wiederum sorgt für Unverständnis, auch in den Ländern.

Gegenüber der TT wurde Landeshauptmann Günther Platter (VP) am Dienstag deutlich. „Aus meiner Sicht ist es wichtig, dass sowohl im österreichischen als auch im europäischen ,Grünen Pass‘ alle 3 Gs – geimpft, genesen oder getestet – voll abgebildet sind.“ Intern fordern die Länder die Einhaltung von Versprechen, schließlich folgen ab morgen die nächsten Öffnungsschritte.

Tirols SPÖ-Chef Georg Dornauer nimmt sich ebenfalls kein Blatt vor den Mund. „Es ist hinlänglich bekannt, dass PR-Kanzler Kurz gerne gute Nachrichten verkündet und große Ankündigungen macht. Tatsächlich ist den zuständigen Beamten aber meist nicht ansatzweise klar, wie und vor allem wie schnell diese Ideen umgesetzt werden und letztendlich auch bürgerfreundlich und datenschutzrechtlich funktionieren sollten.“ Die Tiroler Bevölkerung lege eine hohe Impfbereitschaft an den Tag. „Die Rahmenbedingungen für eine sukzessive Normalität sollte die Regierung nun sicherstellen, daher muss auch diese Funktion im ,Grünen Pass‘ spätestens bis 1. Juli einwandfrei umgesetzt werden.“

Allein diese und nächste Wochen werden mehr als 92.000 Impfdosen nach Tirol geliefert. Gesundheits-LR Annette Leja (VP) stimmen die Entwicklungen zuversichtlich: „Immer mehr Menschen konnten mit einer Covid-Impfung geschützt werden. Die aktuell eintreffenden Mengen sind bereits höher, als es noch vor einigen Wochen der Fall war.“ Jede für Erstimpfungen zur Verfügung stehende Impfdosis wird in Tirol weiterhin schnellstmöglich verimpft.

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Geöffnet wird ab heute die Ausreise aus dem Pitztal und der Gemeinde Umhausen im benachbarten Ötztal. Damit gibt es erstmals sei Monaten keine Ausreisetestpflicht mehr in einer Region oder Gemeinde in Tirol. Grundsätzlich sei die Zahl der Neuinfektionen sowohl im Pitztal als auch in Umhausen zuletzt stark gesunken, begründet der Leiter des Einsatzstabes im Land, Elmar Rizzoli, das Auslaufen der Testpflicht.


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