Von Haider bis Kickl: Der Aufstieg und Fall der Freiheitlichen

In zehn Tagen wird Herbert Kickl zum Parteichef der FPÖ gewählt werden. Er glaubt, die FPÖ wieder über 20 Prozent Wähleranteil zu stabilisieren.

  • Artikel
  • Diskussion (2)
Herbert Kickl wird die FPÖ in einer schwierigen Zeit übernehmen.
© GEORG HOCHMUTH

Von Michael Sprenger

Wien – Jahrzehntelang war die FPÖ die Partei, in der sich anfangs ehemalige Nationalsozialisten zu Hause fühlten, eine Kleinpartei mit einem Wähleranteil von um die fünf Prozent. Die nationale Partei definierte sich als drittes, als nationales Lager. Mit der Machtübernahme der FPÖ durch Jörg Haider am Innsbrucker Putschparteitag 1986 begann der Aufstieg.

Zugleich scheiterte die erste blaue Regierungsbeteiligung. Unter Norbert Steger, er glaubte, die FPÖ als eine Art von FDP zu etablieren, bildete die FPÖ eine Koalition mit der SPÖ. Nach der Obmannwahl Haiders war dies Geschichte. Mit der Rückkehr der Großen Koalition konnte Haider jenen Nährboden vorfinden, der die FPÖ stetig anwachsen ließ. Haider eroberte neue Wählerschichten. Sein Programm wurde radikaler: Er hatte keine Berührungsängste mit Antisemitismus. Ausländerfeindlichkeit wurde zum Markenkern. Letzten Endes führte er die FPÖ nach der Nationalratswahl 1999 in eine Koalition mit der ÖVP von Wolfgang Schüssel.

Kaum in der Regierung, begann der Abstieg. Korruption machte sich breit, eine Parteispaltung war die Folge. Dann war Heinz-Christian Strache an der Reihe. Der erneute Aufstieg jenseits der 20-Prozent-Marke führte in eine Koalition mit Sebastian Kurz. Der Rest ist bekannt. Ibiza, tiefer Fall, wieder Vorwürfe von Korruption. Jetzt macht sich Herbert Kickl an Werk. Er schrieb für Haider einst die oft verletzenden Slogans, entwarf für Strache den harten Kurs.

150 x Jahres-Vignette 2022 zu gewinnen

TT-ePaper gratis ausprobieren, der Gratiszeitraum endet nach 4 Wochen automatisch.


Kommentieren


Schlagworte