Fischler: „Geld ist da, man muss es nur mit Projekten abholen“

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Die Lebensraum-Holding lädt diese Woche zum Nachdenken über Tirol ein. Das machte Franz Fischler im TT-Studio bei Anita Heubacher.
© De Moor

Innsbruck – Was die Gesundheitsindustrie angehe, sei Tirol im Vergleich zu den anderen Bundesländern sehr gut aufgestellt, meinte gestern im TT-Studio Franz Fischler. Der ehemalige EU-Agrarkommissar hat im Rahmen des Perspektiven-Prozesses, den die Lebensraum-Holding ins Leben gerufen hat, Bereiche definiert, um die man sich in den nächsten Jahren bis 2030 ganz besonders kümmern soll.

Auch Fischler versicherte, dass es nach der Perspektivenwoche vor allem darum gehe, konkrete Projekte umzusetzen. Ein Grundstein sei mit zwei Universitäten und Leitbetrieben gelegt. Es gebe auch 100 Start-ups, die im Bereich Gesundheitsindustrie tätig seien. Dieser Bereich sei sehr forschungsintensiv. Im EU-Vergleich hält Fischler Österreich, was die Förderung von Forschung betrifft, für ganz gut im Rennen. Man wolle im Forschungsbereich aufschließen zu Regionen in Europa, die mit Tirol vergleichbar seien. „Wir haben Benchmarks eingezogen, woran man erkennt, wo diese zehn Regionen heute stehen und wo Tirol steht.“ In zehn Jahren werde man anhand dieser Indikatoren sehen, was gelungen sei und was nicht.

Auf die Frage, ob denn die Perspektiven-Woche nicht zur budgetären Unzeit komme, weil sich der Schuldenstand Tirols mehr als verdoppelt hat, meinte Fischler: „Es ist jetzt nötig, dass man handelt.“ Corona habe die Dinge beschleunigt. Aber die eigentlichen Probleme, wie man beispielsweise mit dem Klimawandel umgehe, hätten zuvor schon bestanden. „Wir sind, was das Schuldenmachen angeht, im Vergleich zu anderen Regionen in der EU eher auf der besseren Seite.“

Fischler meint, Österreich und auch Tirol müssten mehr Geld aus dem EU-Wiederaufbaufonds holen. „Das Geld ist da, man muss es mit guten Projekten abholen.“ (TT)


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