Schlagabtausch rund um Innenstadt-Thema im Imster Gemeinderat

Die Imster Innenstadt, genauer gesagt der Zustand der Kramergasse, erzürnt so manchen Gemeinderat. Andere wollen „nicht alles schlechtreden“.

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Von Thomas Parth

Imst – Nach dem politischen Vorgeplänkel rund um das hochkochende Innenstadt-Thema ging es während der Imster Gemeinderatssitzung ebenfalls zur Sache. Seit dem Abgang des Lebensmittelhändlers in der Imster Kramergasse fehlt dort ein echter Frequenzbringer, die TT berichtete.

„Was haben wir getan? Eigentlich nicht sehr viel. Trotz Stadtmarketing ging es weiter bergab!“, zeigt sich GR Helmuth Gstrein entrüstet: „So wie es jetzt ist, so eine Verwahrlosung, habe ich noch nirgends gesehen.“ Imst sei trotz diverser Bemühungen, die Innenstadt zu beleben, „absolut die letzte Nummer“. Das reiche von dreckigen Fenstern bis zu den leeren Auslagen der aufgelassenen Geschäftslokale. „Wir haben 13.000 Quadratmeter von Lebensmittlern. Das stimmt! Nur haben wir diese am falschen Standort“, kritisiert Gstrein.

Vize-BM Gebhard Mantl lässt die Kritik nicht gelten: „Man hat sehr viel in den Sparkassenplatz investiert. Dass man nichts getan hat, stimmt einfach nicht.“ Schließlich sei „die Innenstadt“ nicht nur „die Kramergasse“, fasst Mantl zusammen. „Von der Apotheke bis zum Sparkassenplatz hat sich die Stadt sehr gut entwickelt“, glaubt Mantl. Er hoffe, dass am Johannesplatz „ein starker geschäftlicher Zweig“ entsteht. Erst dann würden die restlichen Eigentümer „etwas tun“, mutmaßt Mantl: „Die Schaufenster schauen fürchterlich aus, aber die zu putzen, ist nicht die Aufgabe der Stadt.“

Dass es in vergleichbaren Städten ähnliche Tendenzen gebe, ruft Vize-BM Stefan Krismer in Erinnerung: „Da steht Imst jedoch weit besser da. Es wäre super, wenn wieder ein Lebensmittelgeschäft in die Kramergasse käme. Zu sagen, Imst ist schlecht, erschreckt mich.“ GR Brigitte Flür bekundet, auf „ihr Imst stolz“ zu sein und sich diese Stadt nicht schlechtreden zu lassen. Was das Stadtmarketing anbelangt, so müssten sich die Fraktionen zusammenreden, um die gewünschte Richtung vorzugeben. „Wenn man alles nur schlechtredet, wird man keine Probleme lösen“, empört sich der „leidenschaftliche Imster“ GR Norbert Praxmarer. Man müsse die Probleme auch ansprechen dürfen, kontert der „leidenschaftliche Imster“ Gstrein.

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💬 Kommentar: Leidensdruck ist groß

Seit Jahrzehnten bröckeln die Fassaden, wechseln Besitzer und Mieter in der Imster Kramergasse. Nur einige wenige „Einzelkämpfer“ haben überlebt und tun sich „die Imster Innenstadt“ noch an. Geht man von der Johanneskirche Richtung Sparkassenplatz, schaut die Welt noch recht bunt aus. Doch rasch nach Café Regensburger und Goldschmiede Vilas wird es duster. „Heruntergekommen“ ist der nobelste Ausdruck, der sich für die Ist-Situation finden lässt. Selbst der stolzeste Imster darf davor die Augen nicht verschließen. Im Gegenteil: Dem Lokalpatriotismus würde es gut anstehen, sowohl Mietern als auch Besitzern in der Innenstadt durch ein finanzielles Anreizsystem unter die Arme zu greifen. Oder die Stadt muss selbst die Vermietung an sich reißen. Der versprochene „runde Tisch“ ist längst überfällig.


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