Arbeitsminister Kocher bei LH Platter: Nacht-Gastro öffnen, mehr Tiroler Jobs

Seit den ersten Öffnungsschritten am 19. Mai ist die Zahl der Arbeitslosen in Tirol um 10.000 gesunken. Noch sind 30.000 in Kurzarbeit.

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Schrittweise Rückkehr zur Normalität auch am Arbeitsmarkt: Arbeitsminister Martin Kocher (rechts) und Tirols LH Günther Platter.
© Land Tirol

Innsbruck – Das Tourismusland Tirol sei einst durch die Finanzkrise 2008/09 am besten durchgekommen und jetzt durch die Lockdowns und Reiseverbote am härtesten getroffen worden, gerade auch am Arbeitsmarkt, betonten LH Günther Platter und Arbeitsminister Martin Kocher (beide ÖVP) anlässlich dessen ersten Arbeitsbesuchs in Tirol. Die Öffnungen seien durch die deutlich gesunkenen Covid-Infektionszahlen (die Inzidenz liege unter 40 und werde laut Platter weiter sinken) gerechtfertigt gewesen. Und sie brächten jetzt eine deutliche Entspannung am Arbeitsmarkt: Seit 19. Mai sei die Zahl der Arbeitslosen in Tirol um 10.000 gesunken, davon allein um 3500 in der letzten Woche, so Platter. Mit einer Arbeitslosenquote von 6,5 Prozent liege man bereits wieder besser als der Österreich-Schnitt von 7,7 Prozent. „Es geht nach den schwierigen Monaten wieder in Richtung Spitze“, betont der Landeshauptmann.

„Die Probleme werden etwas weniger und die Lage ist etwas besser als erwartet“, sagt Kocher. Trotzdem gebe es derzeit in Tirol noch 4000 Arbeitslose mehr als zur selben Zeit im Vorkrisenjahr 2019 und es werde auch noch etwas dauern, bis man wieder auf das alte Niveau zurückkommt. Und noch seien in Tirol auch 30.000 Beschäftigte in Kurzarbeit. Diese Zahl werde über den Sommer ebenso deutlich sinken wie bundesweit, wo der Minister dann „nur“ noch 100.000 bis 120.000 betroffene Arbeitnehmer erwartet. Wie berichtet, gibt es ab Juli zwei Modelle der Kurzarbeit – eines wie bisher für von der Krise weiter stark betroffene Branchen und ein abgespecktes Modell für andere Bereiche. Bisher wurden für Kurzarbeit in Österreich insgesamt 11 Mrd. Euro an Unterstützungen ausbezahlt oder zugesagt.

Besonderes Augenmerk will Kocher auf die Wiedereingliederung von Langzeitarbeitslosen, auf Umqualifizierungen in besonders gefragte Bereiche (gerade auch die Pflege) und die Bekämpfung des Fachkräftemangels legen.

Sowohl Platter als auch Kocher haben sich für die Wiedereröffnung auch der Nachtgastronomie ausgesprochen. Ab 1. Juli sollte es nach derzeitigem Stand wieder möglich sein, Discos und Nachtclubs mit der 3-G-Regel und gewissen Sicherheitsmaßnahmen zu öffnen, aber auch mit Tanzen. Erst am Mittwoch hatte Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) angekündigt, dass ab Juli die Nachtgastronomie wieder normal öffnen dürfe. Kurz darauf ließ Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) aber wissen, dass in Clubs und Discos etwa Tanzen und Trinken an der Bar weiterhin nicht erlaubt sein würden.

Platter ortet indes auch bei den Vereinen noch eine große Zurückhaltung, was das Organisieren von größeren Veranstaltungen und Festen betrifft. (va)


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