Plagiatsverdacht gegen Leiter sorgt für Aufregung in der Justizanstalt

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In der Justizanstalt gibt es wieder viel Getuschel.
© Böhm

Der Plagiatsverdacht gegen den Leiter der Justizanstalt Innsbruck, Reinhard Potocnik, wiegt schwer. Der Plagiatsexperte Stefan Weber hat in seinem Gutachten im Auftrag eines österreichischen Rechtsanwalts bei einer ersten Überprüfung von Potocniks Diplomarbeit aus dem Jahr 2005 „gravierende Textplagiate“ entdeckt. Das Justizministerium bestätigte gegenüber der TT, dass es darüber von Potocnik selbst informiert worden sei. Die Universität Graz und das Justizministerium kündigten entsprechende Prüfungen des Plagiatsgutachtens an.

Ein Kritikpunkt Webers lautet, dass Potocnik am Beginn seiner Diplomarbeit einfach von Broschüren abgeschrieben habe. 2010 wurde er zum Leiter der Justizanstalt Innsbruck ernannt, fünf Jahre zuvor hatte er im zweiten Bildungsweg Jus studiert. Das Vorwort und die ersten beiden Seiten des zweiten Kapitels seien fast zur Gänze aus dem Skript „Strafvollzug in Österreich“, verfasst im Juli 2003, entnommen worden, das beweist auch ein von Weber angestellter Textvergleich. Schwer wiegen auch die Schlussbemerkungen. Denn diese stammen wiederum aus dem Editorial der Österreichischen Richterzeitung aus dem Jahr 2001. „Die Richterzeitung ist weder im Fließtext noch in einer Fußnote noch im Literaturverzeichnis der Diplomarbeit aufgeführt“, kritisiert Weber. Er empfiehlt eine umfassende Begutachtung der Diplomarbeit.

In der Justizanstalt herrscht dementsprechend Aufregung, schon seit Monaten läuft es nicht gerade rund. Zwischenzeitlich hatte sich Potocnik sogar ins Justizministerium verabschiedet, kehrte aber nur nach wenigen Wochen wieder nach Innsbruck zurück.

„Geislers“ hoffen auf Tiroler Boden als gutes Omen für ÖFB

Tirols Sportreferent und Landeshauptmannstellvertreter Josef Geisler sowie sein Namensvetter und Fußballpräsident Sepp Geisler sind überzeugt, dass das EURO-Trainingslager der österreichischen Fußballnationalmannschaft in Seefeld mehr als nur gutgetan hat. So gesehen würde das auf Deutschland ebenfalls zutreffen und beide Teams könnten die EURO rocken. Heute fliegt das Team nach Bukarest, wo es Sonntagabend im ersten Spiel auf Nordmazedonien trifft. Standesgemäß haben die „Geislers“ bei einem Kurzbesuch in Seefeld die EURO-Fighter mit guten Wünschen auf die Reise geschickt. „Ich hoffe, dass der Tiroler Boden wieder ein gutes Omen ist“, sagte der „politische“ Geisler. Danach gab es natürlich ein Erinnerungsfoto. Na klar, mit wem: den beiden Tiroler EM-Startern Marco Friedl und Alessandro Schöpf. (pn, lex)

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