NX-Generation: Interne Revolution bei Lexus

Mit der ersten NX-Generation hat sich die Toyota-Tochter designmäßig weit vorgewagt. Der neue NX setzt dieses Mal auf den technischen Umschwung.

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Erster Lexus mit Plug-in-Hybridfunktion: der NX 450h+.
© Lexus

Von Markus Höscheler

Tokio – Von Anfang an polarisierte der NX, schon als Konzeptfahrzeug, erst recht als Serienausführung: Mit seiner delikaten, expressionistischen Formensprache lenkte er die Blicke auf sich, ebenso gab es kritische Stimmen, die ein Übermaß an Kanten, Sicken und Klüften festhielten, einen Überehrgeiz mokierten. Das zuständige Management und das verantwortliche Designteam konnten sich dennoch bald bestätigt fühlen. Der NX fand Kunden, in Europa bisher rund 170.000, das Design schwappte über auf andere Baureihen der Edelmarke von Toyota.

Und: Wie sich zeigt, war der NX keine Eintagsfliege, weder hinsichtlich der Erscheinung noch hinsichtlich seines Wirkens im Segment. Ein Nachfolger steht bereit, gegen Ende des Jahres ist der Marktstart hierzulande vorgezeichnet. Erstaunlich ist auf den ersten Blick, dass Lexus im Großen und Ganzen das Design des Vorgängers übernimmt, allenfalls einige Glättungen vollzieht. Der Diabolo-Kühlergrill wirkt reifer, die flankierenden unteren Lufteinlässe begradigt, die Radhäuser sind dezenter ausgeführt. Geblieben sind der coupéförmige Dachlinienverlauf und das schräg stehende Heckfenster.

Wer genauer hinsieht, bemerkt eine Reihe von Elementen, die dem neuen NX zu mehr Reife verhelfen: Die L-förmigen Heckleuchten, die breitere Spur, die leicht vergrößerten Dimensionen (der Radstand erhöht sich um 30 auf 2690 Millimeter, die Gesamtlänge nimmt um 20 auf 4660 Millimeter zu). Der Überhang hinten reduziert sich dagegen um fast zwei Zentimeter.

Stolz zeigt sich Lexus auf die Bewegungen im Innenraum: Der NX der zweiten Generation ist das erste Modell, das mit dem „Tazuna-Cockpit“ aufwarten kann. Mit Tazuna, einem japanischen Begriff, ist die Art gemeint, wie ein Reiter sein Pferd mit den Zügeln führt. Entsprechend fahrerorientiert ist das Tazuna-Cockpit ausgestaltet, optional lässt es sich um ein Head-up-Display erweitern. Direktwahltasten ermöglichen eine bequeme Ansteuerung wichtiger Funktionen, Lenkrad-Bedieneinheiten ebenso.

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Eine echte Revolution vollzieht sich in der Antriebstechnik. Zwar ist Lexus schon lange mit Hybridtechnik unterwegs – einen Plug-in-Hybriden jedoch scheute die Marke bisher wie Vampire das Kruzifix. Mit dem NX 450h+ jedoch wagt sich das Label auf den neuen Pfad, der dank der Mutter Toyota schon leicht ausgetreten ist, zumal sie mit dem RAV4 Plug-in-Hybrid die geeignete technische Grundlage liefert. Entsprechend sind die Leistungsdaten nicht ganz überraschend, wenn zwei Elektromotoren und ein 2,5-Liter-Vierzylinder-Benziner zusammen 306 PS leisten, ein Allradsystem mit sich bringen und mit einem 18,1-kWh-Lithium-Ionen-Akku zusammengespannt sind. Die rein elektrische Reichweite beträgt nach vorläufigen Angaben 63 Kilometer. Der Durchschnittsverbrauch liegt bei weniger als drei Litern je 100 Kilometer, der CO2-Ausstoß bei unter 40 Gramm je Kilometer. In gut sechs Sekunden beschleunigt der Plug-in-Hybrid von null auf 100 km/h.

Den NX will Lexus aber bewährtermaßen auch als Vollhybrid ohne externe Ladefunktion anbieten. Im NX 350h kommt somit die vierte Hybridgeneration zum Einsatz, die Systemleistung legt gegenüber dem Vorgänger um 22 Prozent auf 242 PS zu. Wie zuvor gibt es auch die Möglichkeit, zwischen Vorderradantrieb und Allradantrieb zu wählen. Den Sprint von null auf 100 km/h absolviert der NX 350h in 7,7 Sekunden – womit er 15 Prozent schneller ist als der Vorgänger. Die Markteinführung ist für das vierte Quartal vorgesehen.


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