Tiroler Stahlbildhauer Markus Strieder: Zur Form gewordene Energie

„Entfernung und Verortung“: der Bildhauer Markus Strieder im Wörgler Polylog und Kramsacher Troadkastn.

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Im Troadkastn: von Markus Strieder aus glühendem Eisen geschmiedete „Doppellinie“.
© Schlocker

Wörgl, Kramsach – Dass der Tiroler Stahlbildhauer Markus Strieder in seiner Heimat praktisch nicht präsent ist, ist eine Schande. Ist seine künstlerische Handschrift doch einzigartig, egal, ob er ganz kleine Kreisel oder tonnenschwere Skulpturen aus glühendem Eisen schmiedet bzw. walzt. Umso erfreulicher ist es, dass Günther Moschig und Alois Schild den seit vielen Jahren in der Nähe von Lyon lebenden Künstler zu einer Werkschau in den Wörgler Polylog bzw. Kramsacher Troadkastn eingeladen haben.

© Schreyer

Wo sich der 60-Jährige, der bei Jürgen Brodwolf an der Stuttgarter Akademie studiert hat, als Bildhauer wie als Maler präsentiert. Um verblüffend vorzuführen, wie wunderbar das scheinbar Schwere und das ganz Leichte miteinander zu tun haben. Kommen doch selbst Strieders monumentale Skulpturen irgendwie leicht daher, wenn etwa im Troadkastn der obere Teil einer Skulptur scheinbar über den unteren zu rinnen scheint. Ganz abgesehen von den Kreiseln in diversen Größen, die der Künstler im und vor dem Polylog „tanzen“ lässt. Trotz ihrer Poesie verströmen dagegen Strieders mit Tusche mittels Kartonen auf mittelgroße Papiere gezogene Bahnen eine archaische gewisse Schwere.

© Schreyer

Außer ein paar Farbspritzern überlässt im Zweidimensionalen Strieder nichts dem Zufall, im Gegensatz zu seinen aus schmalen Eisenstäben bestehenden Skulpturen, die sich während des Prozesses der Abkühlung in engen Gehäusen selbst ihre Form suchen. Um zur magisch verdichteten gebundenen Energie zu werden.

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