Bezirk Kitzbühel

Zusammenarbeit ist Schlüssel für mehr Regionalität auf dem Teller

Kochart-Obmann Michael Grafl zu Besuch bei den Almschweinen.
© Kochart/Tropper

Westendorf – Regionalität auf dem Teller ist derzeit in der Gastronomie besonders gefragt. Immer mehr Wirte & Co. reagieren auf diesen Trend. Im Bezirk Kitzbühel ist man hier aber schon einen Schritt weiter. Bereits im Jahr 2008 haben sich einige Wirte aus dem Brixental zum Verein Kochart zusammengeschlossen, damals noch aus einem Leader-Projekt heraus.

Schon damals war es die Grundidee, mehr regionale Produkte auf die Teller zu bringen. Über die Jahre ist Kochart gewachsen, auch über das Brixental hinaus. Inzwischen sind 22 Betriebe im ganzen Bezirk Kitzbühel mit im Boot und auch der Fokus hat sich vergrößert.

Die Kochart ist erwachsen geworden und das Thema Regionalität wird größer gedacht. So geht man nun noch viel verstärkter auf die Produzenten, also die Landwirte in der Region zu. „Unser Ziel ist es, dass in Zukunft nicht mehr nur Wirte Mitglieder werden, sondern auch die Produzenten. Wir stellen uns noch breiter auf“, sagt Kochart-Obmann Michael Grafl, der in der Windau in Westendorf das Steinberghaus betreibt.

„Die Grundidee ist es, so viel wie möglich heimische Produkte zu verwenden. Aber inzwischen arbeiten wir auch mit den Bauern gemeinsam an Produkten“, schildert Grafl. Ein Beispiel dafür ist eine gebeizte, geräucherte Lachsforelle vom Fischzüchter Leo Trixl in Fieberbrunn. „Dieses Produkt haben wir gemeinsam entwickelt. Das Rezept haben die Kochart-Wirte entwickelt und ich den Fisch dazu gezüchtet“, schildert Trixl die inspirierende Zusammenarbeit.

„Es geht nur miteinander“, betonen sowohl Trixl als auch Grafl. „Die Zusammenarbeit ist das Entscheidende. Als Produzent muss mir klar sein, dass ich gute Qualität liefern muss und kann. Umgekehrt muss der Wirt dann auch die Produkte abnehmen“, erklärt Trixl. Wie in seinem Fall dauert die Zucht etwa drei Jahre. Hier muss dann die Abnahme garantiert sein.

Durch die Kochart ist ihm etwa auch der Einstieg mit einem Produkt bei zwei Gastro-Großhändlern gelungen. „Wir profitieren alle davon“, betont Trixl und er stellt auch klar, dass heimische Produkte zwar ihren Preis haben, „aber teuer sind die Produkte auch nicht. Wenn wir den Handel dazwischen ausschalten können, dann haben alle mehr davon“, ist er von der Direktvermarktung überzeugt.

Auch das Angebot an Produkten aus der Region werde immer größer betont Grafl. Vor allem bei den jungen Bauern sei ein Umdenken zu spüren. (TT)

Verwandte Themen