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So ein Marsch macht müde: Die Fotos der Woche aus China

© AFP

Von Matthias Christler

Keine Sorge, die Elefanten auf diesem Foto sind nicht – wie viele ihrer Artgenossen in den vergangenen Monaten in Afrika – an einem mysteriösen Bakterium gestorben. Sie schlafen wirklich nur. Und bei genauerem Hinsehen könnte man fast ein Lächeln auf den Gesichtern der Tiere erahnen. So nach dem Motto: Hey, ihr Menschen, es macht uns richtig Spaß, wie wir euch an der Nase herumführen. Das macht diese Herde tatsächlich und damit sorgt sie inzwischen für weltweites Aufsehen.

15 Elefanten sind vor genau zwei Monaten aus einem Wildpark nahe der Grenze zu Laos und Myanmar getürmt und wandern seitdem durch den Südwesten Chinas. 500 Kilometer haben sie schon zurückgelegt und eine Spur der Verwüstung bzw. eine Million Euro Schaden hinterlassen. Es gibt Fotos von Küchen, in denen sie gewütet haben. Videos, wie sie auf einer breiten Straße durch eine Stadt laufen. Aber auch herzzerreißende Aufnahmen von zwei Kälbern, die in einem Bewässerungsgraben hängen bleiben und von den großen Tieren gerettet werden.

📸 | Elefanten-Herde auf über 500 Kilometer langem Marsch:

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© www.imago-images.de

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Die chinesischen Behörden versuchen derzeit, die Herde von der Millionenmetropole Kunming fernzuhalten. 200 Fahrzeuge sind im Einsatz, über 400 Polizisten und auch Drohnen, um die Elefanten im Auge zu behalten. Ein Abschuss steht offenbar nicht zur Debatte, weil der Asiatische Elefant in vielen Ländern verehrt wird. Und weil die Art stark gefährdet ist; es gibt noch etwa 40.000 Exemplare in freier Wildbahn. Eine Kombination aus Lebensraumverlust und das Pflanzen falscher Bäume in ihrer Heimat könnte die Wanderung dieser Herde ausgelöst haben.

Der moderne Mensch und das wilde Tier – das ist derzeit nicht nur in China ein Thema. Berlin gilt inzwischen als Deutschlands Hauptstadt der Wildschweine. Und in Tirol geht die Angst vor dem Wolf um. Aber wie damit umgehen? Diese Frage wird den Menschen, der immer mehr Lebensraum für sich beansprucht, noch sehr oft beschäftigen.

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