Finale in Roland Garros: Nadals verwaister Thron wartet auf einen Großen

Novak Djokovic zum Zweiten oder schlägt bei den French Open erstmals die Stunde von Stefanos Tsitsipas? Antworten gibt’s heute ab 15 Uhr.

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Stefanos Tsitsipas (links) könnte heute mit seinem ersten Grand-Slam-Titel Geschichte schreiben. Novak Djokovic schielt nach Grand-Slam-Triumph Nummer 19.
© Wu Gang via www.imago-images.de

Paris –Es wird ein ungewohntes Bild sein, das sich den Zuschauern an diesem Sonntag im Stade Roland Garros bietet. Es ist Finaltag bei den French Open, doch einer, der eigentlich immer da ist, wird fehlen. Rafael Nadal, 13-maliger Champion im Bois de Boulogne, König des Sandplatzes, Sieger von 105 Spielen beim zweiten Grand-Slam-Turnier der Tennis-Saison, ist dieses Mal nicht dabei. Der mallorquinische Matador verlor am späten Freitagabend in einem hochklassigen Match gegen den Serben Novak Djokovic und verpasste es damit auch, Roger Federer als Spieler mit den meisten Grand-Slam-Titeln abzulösen.

20-mal haben Federer und Nadal bei den vier wichtigsten Turnieren gewonnen, 18-mal hieß der Sieger Djokovic. Heute (15 Uhr/ORF Sport +, Eurosport) soll Titel Nummer 19 hinzukommen. Der Weltranglisten-Erste bekommt es auf dem Court Philippe-Chatrier mit dem Griechen Stefanos Tsitsipas zu tun, der im Halbfinale in einem Fünfsatz-Krimi Alexander Zverev ausgeschaltet hat.

Eine der großen Fragen ist: Wie fit ist Djokovic nach dem epischen Match gegen Nadal? 4:10 Stunden lang schlugen sich die beiden Superstars die Bälle um die Ohren, wie man es in der Tennis-Geschichte noch selten erlebt hat. „Das war eines dieser Matches, eine dieser Nächte, die man nie vergessen wird“, sagte Djokovic nach seinem Viersatz-Sieg, mit dem er das große Saisonziel von Nadal zunichtegemacht hatte. „Es war definitiv das beste Spiel, das ich je hier in Paris gespielt habe. Und auch sonst gehört es definitiv zu den Top drei.“

„Du kannst kein besseres Sandplatz-Tennis spielen“, twitterte Andy Murray, lange Zeit ebenfalls ein Rivale von Djokovic und Nadal, nach zwei Hüftoperationen aber inzwischen etwas abgerutscht. „Ich habe mein Bestes gegeben, es hat heute nicht gereicht, daher Kompliment an Novak“, sagte ein tief enttäuschter Nadal.

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Das Duell war derart spannend, hochklassig und einzigartig, dass die Veranstalter kurzerhand entschieden, die Zuschauer ungeachtet der ab 23 Uhr geltenden Ausgangssperre nicht nach Hause zu schicken. Eine wohlwollende Fußnote in bürokratischen Zeiten wie diesen. (m.i., dpa)


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