Überfall auf Schulbrüder geklärt: Hass auf Kirche als Motiv

Bei dem brutalen Überfall im Jahr 2018 wurden fünf Schulbrüder schwer verletzt, einer der Kirchenmänner befand sich sogar in Lebensgefahr. Die Polizei hat jetzt einen obdachlosen Kroaten ausgeforscht, der die Tat bereits gestanden hat.

  • Artikel
  • Diskussion
WEGA-Einsatzkräfte vor dem abgeschirmten Tatort.
© APA/Punz

Wien – Der Überfall auf sechs Ordensbrüder der Wiener Schulbrüder in Wien-Floridsdorf kurz nach Weihnachten 2018 ist geklärt. Das bestätigte die Polizei am Montag bei einer Pressekonferenz. Zweieinhalb Jahre nach der Tat wurde ein Verdächtiger genommen. Laut Chefinspektor Helmut Pöttler vom Landeskriminalamt Wien handelt es sich um einen Kroaten, der keinen Wohnsitz hat und auf der Straße lebt. Er habe ein Geständnis angelegt.

Bei seinem brutalen Überfall verwendete der Täter auch ein Pistole.
© APA/LPD Wien

Jahrelang fehlte vom Täter jede Spur. Auch eine Belohnung von 30.000 Euro, die Veröffentlichung eines Phantombildes und ein Fahndungsaufruf in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY" brachten zunächst keinen entscheidenden Hinweis. Dann kam es laut Nina Bussek, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Wien, zu einem DNA-Treffer - und am 11. Mai dieses Jahres wurde der Verdächtige in Zagreb festgenommen.

Nach seiner Auslieferung führten die Wiener Ermittler stundenlange Einvernahmen. Schließlich habe der 49-Jährige "den Vorfall genau geschildert und die Tat gestanden", sagte Pöttler. Als Motiv nannte der Mann "Hass auf die katholische Kirche", er selbst hat aber keinen Bezug zu den Schulbrüdern. Bussek zufolge ist der Kroate "sehr kooperativ" gegenüber den Behörden.

Brutale Vorgehensweise

Der Täter verwendete sogar einen Schraubenzieher bei der Tat.
© APA/LPD WIEN

Der Täter brach am 27. Dezember 2018 kurz nach Mittag durch die katholische Kirche Maria Immaculata in Strebersdorf ins angrenzende Gebäude der von den Geistlichen betriebenen De La Salle-Schule ein. Nach und nach überwältigte er einen Ordensbruder nach dem anderen. "Die Brutalität und Intensität (des Verbrechens) war auch für mich überraschend", sagte der erfahrene Leiter des Ermittlungsdienstes des Landeskriminalamts Wien, Oberst Michael Mimra.

Die Geistlichen wurden brutal durch Schläge und Tritte zu Boden gebracht. Weitere Misshandlungen seien in einem nahegelegenen Büroraum gesetzt worden. Alle Opfer wurden gefesselt und geknebelt. Fünf Schulbrüder sind schwer verletzt worden, einer der Kirchenmänner befand sich sogar "einige Monate", so Mimra, in Lebensgefahr. Erst nach rund vier Stunden konnte einer der Überfallenen seine Fesseln abstreifen und Hilfe holen. (APA)


Kommentieren


Schlagworte