Tiroler Tourismus sucht Mitarbeiter und will Image verbessern

Die Wirtschaftskammer Tirol startet eine neue Image-Kampagne. Landwirtschaftsministerin Köstinger wirbt für Urlaub am Bauernhof.

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Die Tourismusbranche sucht derzeit händeringend nach Mitarbeitern. Eine Image-Kampagne der Wirtschaftskammer soll dabei helfen.
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Innsbruck – Seit der Öffnung am 19. Mai laufen der Tourismus und die Gastronomie langsam wieder an. Allerdings hat die Corona-Krise den Facharbeitermangel in der Branche zusätzlich verschärft. Noch ist nicht klar, wie viele im Zuge des Lockdowns der Branche den Rücken gekehrt haben. Zudem ist das Image des Tourismus nach wie vor nicht gut.

Dem will die Wirtschaftskammer Tirol (WK) mit ihrer Kampagne „Tourismus – besser als du denkst“ begegnen. Damit sollen die Berufe der Branche „authentisch und ehrlich“ dargestellt werden, um so Jugendliche und deren Eltern über die Lehre im Tourismus aufzuklären. „Lassen Sie Ihrem Kind die Möglichkeit, sich in der Hotellerie und Gastronomie umzusehen und zu überlegen, welche Chancen eine Position im Tourismus bietet“, so Mario Gerber, WK-Obmann der Sparte Tourismus, bei der Präsentation der Kampagne. Auch für Quereinsteiger gebe es ein spezielles Ausbildungsprogramm. Im Rahmen von „Talents for Tourism“ können Absolventen bei voller Bezahlung nach 18 Monaten den Lehrabschluss machen.

„Die letzten Monate haben uns allen gezeigt, wie wichtig die Tourismus-Branche für Tirol ist“, meinte auch Gastro-Fachgruppenobmann Alois Rainer. Für ihn habe die Pandemie gezeigt, dass die Leistung der im Tourismus arbeitenden Personen in Zukunft wieder mehr wertgeschätzt werden muss. Gerber meinte, dass sich mit einer „neuen und jungen“ Unternehmergeneration die Wertschätzung der Mitarbeiter massiv verbessert habe. Und auch die Bezahlung sei inzwischen sehr gut. Kein Verständnis zeigte Gerber für „gesunde Arbeitnehmer, die lieber in der Arbeitslosigkeit bleiben würden“, während die Branche zum Teil „händeringend“ nach Mitarbeitern suche. Hier müsse bei den Zumutbarkeitsregeln etwas geändert werden.

Ebenfalls unterwegs in Sachen Tourismus war gestern Elisabeth Köstinger (ÖVP). Die Ministerin wirbt mit der Landwirtschaftskammer für „Urlaub am Bauernhof“. Diese Tourismusform sei authentisch und biete ursprüngliche Erlebnisse. „Die letzten Monate waren für die „Urlaub am Bauernhof“-Betriebe schwierig. Wir können aber unsere kleinen, familiengeführten Betriebe unterstützen, indem sich möglichst viele für Urlaub am Bauernhof entscheiden“, so Köstinger. Zudem würden ab 1. Juli die letzten Einschränkungen fallen, wird sie aus Unterlagen zu einer Pressekonferenz zitiert. (hu, TT)


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