Frankreich gewann Schlager gegen Deutschland durch Hummels-Eigentor

Weltmeister Frankreich startete mit einer starken Leistung und einem 1:0-Sieg über Deutschland in die EM. Besonders bitter für die DFB-Elf: Die Entscheidung resultierte aus einem Eigentor von Mats Hummels.

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Deutschlands Abwehrspieler Mats Hummels sorgte mit seinem Eigentor für die Entscheidung.
© ALEXANDER HASSENSTEIN

München - Weltmeister Frankreich hat bei der paneuropäischen Fußball-EM einen Start nach Maß hingelegt. Die Truppe von Teamchef Didier Deschamps setzte sich am Dienstagabend im Klassiker gegen Deutschland in München mit 1:0 (1:0) durch und hält in der "Horror-Gruppe" F damit nach der ersten Runde wie Titelverteidiger Portugal bei drei Punkten. Die Portugiesen hatten dank dreier später Tore zuvor in Budapest gegen Underdog Ungarn mit 3:0 gewonnen.

🔗>>> Dank einer starken Schlussphase: Portugal schlägt Ungarn mit 3:0

Für die Franzosen gab ein unglückliches Eigentor von Mats Hummels (20.) den Ausschlag. Der Weltmeister von 2018 blieb dadurch im Duell mit dem Weltmeister von 2014 siegreich. Das freute auch Deschamps, der die erste Hürde auf dem Weg zum historischen erstmaligen Triumph bei WM und EM als Spieler und Trainer nahm. Als nächste Aufgabe wartet am Samstag in Budapest Ungarn, während sich die Deutschen bei der letzten EM in der langen Amtszeit von Joachim Löw an diesem Tag in München gegen Portugal keine weitere Niederlage leisten dürfen.

Die Franzosen überließen den Deutschen zu Beginn das Spielgeschehen, die DFB-Auswahl konnte in der ersten Viertelstunde aber trotzdem nicht richtig gefährlich werden. Das änderte sich unmittelbar danach auf der anderen Seite. Nach einem Eckball köpfelte Paul Pogba via der eigenen Schulter drüber (16.). Eine Minute später musste Manuel Neuer bei einem Mbappe-Abschluss erstmals eingreifen.

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Für die Franzosen waren dann aller guten Dinge drei und ihnen stand auch das nötige Glück zur Seite. Der von Pogba mit dem Außenrist sehenswert bediente Lucas Hernandez gab scharf zur Mitte und Hummels beförderte den Ball beim Klärungsversuch mit dem Schienbein ins eigene Tor. Der DFB-Rückkehrer musste reagieren, da dahinter Mbappe gelauert hatte. Beinahe hätte Thomas Müller postwendend zurückgeschlagen, sein Kopfball ging aber am langen Eck vorbei (22.). Bei der zweiten Ausgleichsmöglichkeit kam Ilkay Gündogan in Bedrängnis nicht gut zum Schuss (38.).

⚽ EM-Gruppe F: Frankreich - Deutschland 1:0 (1:0)

München, Fußball Arena, 14.000, Del Cerro Grande/ESP

  • Tor: Hummels (20./Eigentor)
  • Frankreich: Lloris - Pavard, Varane, Kimpembe, Hernandez - Rabiot (95. Dembele), Kante, Pogba - Benzema (89. Tolisso), Griezmann, Mbappe
  • Deutschland: Neuer - Ginter (87. Can), Hummels, Rüdiger - Kimmich, Gündogan, Kroos, Gosens (88. Volland) - Havertz (74. Sane), Gnabry (74. Werner), Müller
  • Gelbe Karten: Keine bzw. Kimmich

Nach Wiederbeginn entwickelte sich die erwartete Partie. Die Deutschen waren im Heimstadion gezwungen, alles zu riskieren, die "Equipe Tricolore" konnte auf eine gesicherte Defensive und auf Konter setzen. Einer davon hätte beinahe die endgültige Entscheidung gebracht, Adrien Rabiot traf die Stange (52.). Neuer hatte auf einen Abschluss ins lange Eck spekuliert, wäre machtlos gewesen. Die Deutschen waren ähnlich nah an einem Treffer dran, bei einem Gnabry-Volley nach Gosens-Flanke fehlte nicht viel (54.).

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© MATTHIAS HANGST

© via www.imago-images.de

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In der Folge blieben die Hausherren im Spiel, da Treffer von Mbappe (66.) und dem rechtzeitig fit gewordenen Karim Benzema (85.) nach Mbappe-Zuspiel wegen Abseits nicht anerkannt wurden. Selbst konnten sie trotz größerem Ballbesitz keine hundertprozentige Chance mehr herausspielen. Damit gab es beim 50. Spiel bei einer EM-Endrunde seit 1972 für die DFB-Truppe eine bittere Niederlage. Es war die erste für die Deutschen bei einem EM-Startspiel seit Einführung der Gruppenphase. (APA)

💬 Stimmen zum Spiel Frankreich - Deutschland

Didier Deschamps (Frankreich-Teamchef): "Es war ein Match gegen einen großen Gegner, ich habe gewusst, dass meine Spieler bereit sein werden. In der ersten Hälfte hätten wir ein bisschen mehr rausholen können, insgesamt waren Kleinigkeiten entscheidend. Es war ein Kampfspiel mit viel Qualität und Talent. Unser erstes Spiel war ein Hammerspiel, wie eine Finale oder Halbfinale. Diese Punkte waren sehr wichtig, es wird nicht entscheidend sein, aber so anzufangen, ist nicht schlecht. Gegen Deutschland ist es immer schwierig zu spielen, der Sieg tut uns gut."

Joachim Löw (Deutschland-Teamchef): "Es war ein brutal intensives Spiel. Wir haben alles in die Waagschale geworfen, haben gefightet bis zum Schluss. Ein Eigentor hat das Spiel entschieden. Mats kann man keinen Vorwurf machen. Das ist Pech. Der Ball von außen kommt scharf. Wir wussten, dass Frankreich extrem gut kontert. Da konnten wir nicht alles unterbinden. Aber kämpferisch kann ich der Mannschaft nichts vorwerfen, wir haben alles reingehauen. Was uns gefehlt hat, war die Durchschlagskraft im letzten Drittel. Jetzt haben wir verloren, sind alle enttäuscht, aber es ist ja nichts passiert. Wir haben noch zwei Spiele, da können wir alles noch geradebiegen."

Paul Pogba (Frankreich-Mittelfeldspieler/"Man of the match"): "Wir wissen alle, was dieser Sieg im ersten Spiel bedeutet. Er gibt dir viel Kraft für das ganze Turnier. Es war ein harterkämpfter Sieg, wir haben aber gezeigt, dass sich die Gegner vor uns fürchten müssen. Das Wichtigste ist die Mannschaftsleistung, ohne der, hätte ich auch nicht so gut spielen können. Alle haben einen Beitrag geleistet."

Joshua Kimmich (Deutschland-Außenspieler): "Wir waren sicher nicht die schlechtere Mannschaft. Wir sind durch ein sehr unglückliches Gegentor 0:1 in Rückstand geraten, ansonsten waren auf beiden Seiten wenig Chancen. Es ist schade, ich denke, dass ein Punkt irgendwie verdient gewesen wäre. Wir haben gezeigt, dass wir das Niveau haben, um hier mit einem Topteam - einem Mitfavoriten - mitzuhalten. Im nächsten Spiel müssen wir zeigen, dass wir auch ein Favorit sind."

Robin Gosens (Deutschland-Außenspieler): "Am Ende des Tages stehen wir mit null Punkten da, deshalb bin ich ein bisschen angepisst. Wir haben viel Aufwand betrieben, den Franzosen die Stirn geboten, uns aber leider nicht belohnt, deshalb kotzt mich das ein bisschen an. Wir haben viel von dem umgesetzt, was wir uns im Vorfeld vorgenommen hatten. Wir haben die Riesenqualität von Frankreich kompakt verteidigt und die zwei, drei Möglichkeiten, die wir uns rausgespielt haben, leider nicht gemacht, deshalb ist das sauärgerlich. Es hat das letzte Quäntchen Glück gefehlt, um zumindest ein Unentschieden zu erzielen."

EM-Gruppe F, Frankreich - Deutschland:


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