Von der Krebs- zur Covid-Impfung: 5 Fragen an Forscher Guido Wollmann

Warum die Krebsforschung von den Erkenntnissen der Corona-Massenimpfungen profitiert, erklärt Guido Wollmann, Krebsforscher am Institut für Virologie der MedUni Innsbruck.

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Guido Wollmann.
© Uni Innsbruck

1. Wie weit ist man in der Entwicklung von mRNA-Impfstoffen in der Krebsforschung? Die drei bekannten mRNA-Impfstoffhersteller haben einen sehr starken Hintergrund in der Krebsimpfung. Ein Grund, weshalb die Corona-Impfstoffentwicklung so extrem schnell ging, liegt zum großen Teil daran, dass diese Vakzin-Technologien in der Krebstherapie schon weit fortgeschritten sind.

2. Bringt der Einsatz der Covid-19-Impfstoffe die Krebsforschung wiederum voran? Ja. All die wichtigen, aber auch strengen regulatorischen Prozesse stellen für die großen Firmen in den klinischen Testphasen und der Zulassung eine Hauptlast dar. Da hilft es, wenn man nicht von Tausenden, sondern von millionenfacher Anwendung dieser neuartigen biologischen Therapie-Plattformen berichten kann. Jetzt hat man zusätzliche Argumente bezüglich der Sicherheitsprofile.

3. Wie gut verträglich ist eine Krebs-Impfung? Grundsätzlich gilt im Vergleich zur Chemotherapie, dass das Nebenwirkungsprofil von Krebsvakzinen oder onkolytischen Viren wesentlich geringer ist. Es handelt sich um grippeähnliche Symptome, die man entwickeln kann.

4. Gibt es schon zugelassene Verfahren zur viralen Tumor-Therapie? 2015 wurde ein Meilenstein erreicht, als das erste onkolytische Virus zur Behandlung des schwarzen Hautkrebses in den USA und in Europa zugelassen wurde. Das auf einem modifizierten Herpesvirus basierende „T-Vec“ bringt bei einem gewissen Teil der Patienten sehr gute Behandlungserfolge.

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5. Was versprechen diese onkolytischen Viren? Zum einen infizieren sie hochspezifisch die Krebszellen in den behandelten Tumoren und zerstören diese. Andererseits lösen sie eine sehr starke Immunantwort auch gegen den Tumor aus und verhindern so die Wiederkehr des Tumors an anderen Stellen.


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