Schlitterer Gießen gewinnt seine Natürlichkeit zurück

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LHStv. Ingrid Felipe und BM Friedl Abendstein überzeugen sich vom Erfolg der Renaturierung.
© Fankhauser

Schlitters – Die Vögel zwitschern, eine kühle Brise weht einem vom Schlitterer Gießen um die Nase und BM Friedl Abendstein könnte nicht zufriedener sein. „Schau, da ist einer“, ruft der Dorfchef. Denn der Gießen wurde renaturiert und zieht zahlreiche Fische und andere Tierarten an. „Ich freue mich, dass wir einen Beitrag zum Erhalt unserer heimischen Gewässer und der lokalen Artenvielfalt leisten können“, sagt Abendstein.

Seit der Idee zur Renaturierung sind einige Jahre vergangen, doch in der Niedrigwasserperiode im Jänner war es so weit. Die Umsetzung erfolgte im Rahmen des EU-Interreg-Projektes „INNsieme“, das sich für den grenzübergreifenden Erhalt der Artenvielfalt am Inn und seinen Seitengewässern einsetzt. Für LHStv. Ingrid Felipe ist es ein wichtiger Beitrag zur Stärkung der lokalen Fischpopulation im Zillertal. „Aber das Projekt ist nicht nur für die Fische toll, sondern soll auch zum Spazieren einladen und ist fürs Klima gut“, sagt Felipe.

Der Gießen ist wieder naturnaher geworden. Wurzelstöcke, Wasserbausteine und Baumstämme sorgen für unterschiedliche Bereiche, wo das Wasser schneller oder langsamer fließen kann. Noch vor der Fertigstellung zeigten sich erste Erfolge: Forellen besiedelten den Bach. Auch Äschen beim Laichen wurden entdeckt. „Das ist für uns der beste Beleg, dass sich unser Einsatz gelohnt hat und der neu gestaltete Lebensraum angenommen wird“, sagt Zacharias Schähle vom Tiroler Fischereiverband. Er hat am Projekt genauso mitgewirkt wie der WWF. „Renaturierungen sind am Inn so wichtig, weil den Fischen aufgrund von Uferverbauungen, Barrieren und Schwallbetrieb der Kraftwerke geeignete Rückzugs- und Laichhabitate fehlen“, erklärt Gerhard Egger (WWF).

Rund 100.000 Euro wurden investiert und für BM Abendstein könnte das Projekt am Gießen direkt weiter ausgebaut werden. (emf)

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