Milser Gastro-Gruppe Wedl im Aufschwung, mehr Fertigprodukte

Der Gastro-Zulieferer Wedl profitiert vom Anlaufen des Tourismus. Convenience-Produkte am Vormarsch.

  • Artikel
  • Diskussion
Wedl-Chef Lorenz Wedl ist optimistisch für das heurige Jahr.
© Eckerieder

Wien, Mils – Die Milser Gastro-Gruppe Wedl wurde als Zulieferer für die Hotellerie und Gastronomie besonders hart von der Corona-Krise getroffen. Die Lockdowns führten zu Umsatzausfällen von bis zu 90 Prozent, sagte Wedl-Chef Lorenz Wedl bei einer Pressekonferenz am Wedl-Standort in Wien. Die Krise habe man aber als Chance genutzt. Aktuell profitiere man vom allgemeinen Aufschwung.

Mit dem Aufsperren der Gastronomie und Hotellerie gehe es wieder deutlich bergauf. „Seit Mai spüren wir einen ganz starken Aufschwung“, sagte Wedl, dessen Unternehmen einen Umsatzrückgang von 536,8 Mio. Euro (2019) auf 393 Mio. Euro verkraften musste. Aktuell verzeichne man in einigen Bundesländern bereits einen sehr starken Umsatzanstieg. „In Seengebieten in Kärnten und Oberösterreich verzeichnen wir Rekordumsätze. Auch in Tirol läuft es wieder gut. Allerdings hinken die Umsätze in den Städten wie Innsbruck, Salzburg und Wien noch hinterher. Der Stadthotellerie fehlen einfach noch die Gäste“, meint Wedl.

Fachkräftemangel schlägt durch

Die Corona-Zeit habe man für Umstrukturierungsmaßnahmen genutzt. So habe man unter anderem in Wien alle Anteile an der C&C Berger & Wedl GmbH übernommen, ebenso an der Kärntner Tiefkühlfirma Duschlbaur. Beide Standorte sollen künftig unter der Marke Wedl firmieren. Das Joint Venture mit Wörndle in Italien wird ebenso ausgebaut. Dafür wurden rund 17 Mio. Euro in ein neues Auslieferungslager in Brescia investiert. Zudem wird aktuell der C&C-Wedl-Standort in Saalfelden für rund 14 Mio. Euro neu errichtet.

Im ersten Lockdown habe man den Mitarbeiterstand reduzieren müssen. Derzeit sei man aber wieder fast auf dem Personalstand von 2019. 40 Stellen seien bei Wedl derzeit ausgeschrieben. „Der Fachkräftemangel macht es aber schwer, alle Stellen zu besetzen“, so Wedl.

10x Wanderausrüstung zu gewinnen

TT-ePaper gratis ausprobieren, der Gratiszeitraum endet nach 4 Wochen automatisch.

Auch in der Gastronomie und Hotellerie schlägt der Fachkräftemangel aktuell voll durch. Das führe auch zu einer stetig steigenden Nachfrage nach Convenience-Produkten. Laut einer Umfrage unter 240 Geschäftsführern und Küchenchefs verwenden bereits 24 Prozent der Betriebe vorgefertigte Produkte. Überwiegend dienen diese als Basis für Gerichte etwa als vorgeschnittenes Obst und Gemüse oder Fleisch. Auch bei Desserts wird vermehrt zu vorgefertigten Produkten gegriffen. „Diese Convenience-Produkte haben eine sehr hohe Qualität und sind nicht mit jenen aus dem Einzelhandel vergleichbar.“ (ecke)


Kommentieren


Schlagworte