Wenn Respekt für Einsatzkräfte und Behörden auf der Strecke bleibt

Im Laufe der Krise sei die Frustration in großen Teilen der Bevölkerung angestiegen und nun entlade sich dieser Zorn. Tirols Blaulichtorganisationen präsentierten ihren Schulterschluss für ein wertschätzendes Miteinander.

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Vize-BM Hannes Anzengruber, Gerhard Seier (Vorsitzender GÖD), Wilfried Unterlechner (GF Rotes Kreuz), Werner Mayr (Bildungsdirektion) und Daniela Hekel (Initiative Hand aufs Herz, v. l.) fordern „#reschpekt“.
© NAU Agency

Innsbruck – Eine Sanitäterin, die beflegelt wird, weil sie angeblich viel zu spät am Unfallort eingetroffen ist. Ein Polizist, der auf Streife plötzlich körperlich attackiert wird. Der Verwaltungsbeamte einer Bezirkshauptmannschaft, der sich wüst beschimpfen lassen muss, weil er einen gesetzeskonformen Bescheid zustellen hat lassen. „Viele der Menschen, die noch vor einem Jahr als Helden der Pandemie gefeiert wurden, sind heute keine Helden mehr“, sagt Wilfried Unterlechner, Geschäftsführer des Roten Kreuzes Tirol. Im Gegenteil:

Im Laufe der Krise sei die Frustration in großen Teilen der Bevölkerung angestiegen und nun entlade sich dieser Zorn. Zu spüren bekämen das ausgerechnet jene, denen noch vor Kurzem applaudiert wurde. „Jeder fordert, jeder ist wichtig, immer muss ein Schuldiger gefunden werden“, kritisiert Unterlechner. Aus diesem Grund unterstützten er und das Rote Kreuz gemeinsam mit anderen Tiroler Blaulichtorganisationen, Stadt Innsbruck, der Gewerkschaft öffentlicher Dienst (GÖD), Vereinen und Firmen die Initiative „Hand aufs Herz – #reschpekt“. Der gestern offiziell vollzogene Schulterschluss der Beteiligten ist gleichzeitig der Startschuss für eine breit angelegte Kampagne.

Programm für Schulen wird erarbeitet

Um vor allem auch die wichtige Zielgruppe der jungen Menschen zu erreichen, konnte auch die Bildungsdirektion für die Initiative gewonnen werden. Gemeinsam mit dem Management Center Innsbruck (MCI) wird in den kommenden Monaten ein spezielles Programm für Schulen erarbeitet, bei dem die Kinder und Jugendlichen für ein respektvolles Miteinander sensibilisiert werden sollen. Dabei wird es unter anderem darum gehen, den Wert des freiwilligen Engagements zu vermitteln. „Die Schule hat nicht nur einen Bildungs-, sondern auch einen Erziehungsauftrag. Wir werden dem Projekt daher breiten Raum geben“, verspricht Werner Mayr von der Bildungsdirektion Tirol.

📽 Video zum Kampagnenauftakt

„Es muss uns gelingen, wieder mehr dieses Bewusstsein zu schaffen, dass das Gegenüber auch ein Mensch ist, der für die Menschen und die Öffentlichkeit arbeitet“, erklärt auch Gerhard Seier, Vorsitzender der GÖD. „Ehrenamtliche und Blaulichtorganisationen sind im Einsatz für die Menschen, aber der Respekt für sie ist nicht mehr da“, stößt Innsbrucks Vizebürgermeister Hannes Anzengruber ins selbe Horn.

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Herzstück zum Auftakt der Kampagne ist ein Video, in dem Personen mit unterschiedlichen Berufen und persönlichen Hintergründen über das Thema Respekt sprechen. Ziel sei es, sich gegenseitig wieder mit mehr Empathie und Wertschätzung zu begegnen, sagt Daniela Hekel von der Initiative Hand aufs Herz. (np)

Webhinweis

Nähere Informationen sowie den Film zum Kampagnenauftakt gibt es im Netz unter www.handaufsherz.tirol


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