Seeadler im Aufwind: Um 2000 noch ausgerottet, heute 45 Brutpaare

Galt der Seeadler um die Jahrtausendwende noch als ausgerottet, so stellte sich der europaweite Schutz des Wappentieres als Erfolg heraus. Die größte Bedrohung der heimischen Population ist die illegale Verfolgung durch Abschüsse und Vergiftungen.

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Vor 20 Jahren galt der Seeadler in Österreich noch als ausgerottet, heute gibt es etwa 45 Brutpaare.
© APA/WWF/STEFAN KNÖPFER

Marchegg, Eisenstadt – Vor 20 Jahren galt der Seeadler in Österreich noch als ausgerottet, heute gibt es etwa 45 Brutpaare. Der Naturschutzerfolg um das Wappentier geht auf strengen europaweiten Schutz zurück. Ein Teil davon ist das Schutzprogramm des WWF, der heuer sechs Jungadler in Niederösterreich und im Burgenland mit GPS-GSM-Sendern ausgestattet hat.

Die größte Bedrohung der heimischen Population ist die illegale Verfolgung durch Abschüsse und Vergiftungen. Kollisionen mit Fahrzeugen, Stromleitungen und Windkraftanlagen sind laut der Naturschutzorganisation ebenfalls ein Problem. "Sender liefern wichtige Erkenntnisse über Flugrouten oder Paarungsverhalten. So können wir die Schutzmaßnahmen laufend optimieren", sagte WWF-Geschäftsführerin Andrea Johanides.

Der Naturschutzerfolg um das Wappentier geht auf strengen europaweiten Schutz zurück. Ein Teil davon ist das Schutzprogramm des WWF, der heuer sechs Jungadler in Niederösterreich und im Burgenland mit GPS-GSM-Sendern ausgestattet hat.
© APA/WWF/FLORIAN KOZAK

Die federleichten Telemetrie-Datenträger beeinflussen die Adler nicht in ihren Bewegungen und fallen nach drei bis vier Jahren von selbst ab. An den Beinen befestigte Ringe der Österreichischen Vogelwarte sorgen dafür, dass die Tiere ein Leben lang identifiziert werden können.

Besendert wurde heuer in den Donau-Auen, westlich des Neusiedlersees entlang des Leithagebirges sowie im Reservat des WWF in den March-Thaya-Auen. Im schlossORTH Nationalpark-Zentrum können die Flugrouten in der aktuellen Seeadler-Ausstellung auf einer digitalen Europakarte nachverfolgt werden. "Je mehr man über Streifgebiete, Paarungsverhalten, Rast- und Überwinterungsplätze weiß, umso besser kann man sie vor Gefahren schützen", sagte Matthias Grün, Direktor der Esterhazy Betriebe GmbH.

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Im vergangenen Jahr gab es in Brutgebieten im Waldviertel zwölf Brutpaare mit neun Jungvögeln, der Nationalpark Donau-Auen zählte fünf Paare und sechs Junge, an der Donau westlich von Wien in Nieder- und Oberösterreich wurden noch einmal fünf Paare und vier Jungvögel gezählt, in den March-Thaya-Augen weitere fünf Paare und ebenso viele Junge. Im Weinviertel beobachteten die Naturschützer drei Brutpaare und zwei Junge, im Nordburgenland weitere drei Paare und drei Jungvögel, und die Oststeiermark sowie das Südburgenland brachten es gemeinsam auf zwei Brutpaare und vier Jungvögel. (APA)


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