Flughafen-Chef optimistisch, Gesetz sichert 22 Mio. Euro

Marco Pernetta, Chef des Innsbrucker Flughafens, zeigt sich optimistisch für die Sommersaison. Eine Gesetzesnovelle sichert die Flughafentarife.

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Flughafen-Boss Marco Pernetta (l.) und Luftfahrt-Staatssekretär Magnus Brunner freuen sich über das Comeback der Reisefreiheit.
© TT/Müllner

Innsbruck – Vorsichtig optimistisch zeigte sich gestern Innsbrucks Flughafen-Chef Marco Pernetta in einer Pressekonferenz anlässlich des Besuchs von Magnus Brunner (ÖVP), Staatssekretär für Luftfahrt. „Wir hatten vor der Corona-Krise rund 1,1 Mio. Fluggäste im Jahr“, so der Flughafen-Geschäftsführer. 2020 seien es dann noch lediglich 450.000 gewesen, heuer sind es erst 100.000. Für heuer rechnet Pernetta mit einem Minus in zweistelliger Millionenhöhe. „Der jetzige Start in den Sommer war aber schon einmal gut“, sagte der Flughafen-Chef.

Pernetta betonte auch die grundsätzlich gute Liquidität des Flughafens, die geholfen habe, den Betrieb durch die Krise zu bringen. Auch das inzwischen bis Jahresende verlängerte Kurzarbeitsmodell sei ein enorm wichtiges Werkzeug gewesen. „Fünf Millionen Euro sind darüber an den Flughafen Innsbruck geflossen“, erklärte Pernetta. Nichtsdestotrotz, habe man in etwa 10 % des Personals durch Abwanderung in andere Branchen verloren.

Staatssekretär Brunner verwies auf die Änderungen des Flughafenentgeltegesetzes (FEG), mit dem die Regierung dafür gesorgt habe, dass dem Flughafen Innsbruck nicht rund 22 Mio. Euro verloren gehen. „Wir steuern hier gesetzlich dagegen, weil sonst bedingt durch die Krise und den Einbruch des Flugverkehrs die gesetzlich zulässigen Gebühren der Flughäfen in den Keller rasseln würden“, so Brunner. Damit würde den für die Anbindung Österreichs so wichtigen Flughäfen die wirtschaftliche Basis wegbrechen. Änderung gibt es auch beim Luftfahrtgesetz (LFG). Die vor allem technischen Anpassungen, die aufgrund unionsrechtlicher Bestimmungen notwendig werden, novellieren hauptsächlich Aspekte der Sicherheit der Luftfahrt – von Drohnenanwendungen bis zum Zugang in Sicherheitsbereiche des Flughafens.

Auf die Frage nach der aktuellen Nachhaltigkeitsdebatte – so sollen unter anderem Kurzstrecken gestrichen werden –, die gerade auch die Zukunft des Fliegens betreffe, meinte Pernetta, dass hier auf jeden Fall zu überlegen sei, was es für Alternativen gäbe. Brunner verwies auf die von der Austro Control entwickelten Konzepte für eine klimaschonende Abwicklung des Flugverkehrs und die Möglichkeiten, die neue synthetische Treibstoffe bieten würden.

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Auf die Frage, was er für heuer erwarte, meinte Pernetta, entscheidend sei sicher der „Grüne Pass“, der innerhalb Europas das Reisen wieder ermögliche. Noch wichtiger für die Gesamtbilanz sei aber die Wintersaison. Hier erhoffe er sich einen Umsatz von 80 bis 90 Prozent im Vergleich zu Vor-Corona-Zeiten. Zuvor gelte es aber mit der Erneuerung der Start- und Landebahn im Herbst die größte Investition in der Geschichte des Flughafens zu stemmen. Die Kosten dafür bezifferte der Flughafen-Chef mit 16,5 Mio. Euro. (hu)


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