1:1-Unentschieden lässt Spanien und Polen um Achtelfinaleinzug zittern

Wie schon im ersten Gruppenspiel vermochte Spanien seine Feldüberlegenheit nicht in drei Punkte umzumünzen und verschoss beim 1:1 gegen Polen auch noch einen Elfmeter. Beide Mannschaften haben zum Abschluss in Gruppe E am Mittwoch ihr Schicksal aber in der eigenen Hand.

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Der Elfmeterfehlschuss von Gerard Moreno könnte Spanien im weiteren Turnierverlauf noch teuer zu stehen kommen.
© THANASSIS STAVRAKIS

Sevilla – Für Spaniens Nationalteam wird der Kampf um den Aufstieg ins Achtelfinale der EM zur richtigen Zitterpartie. Die Truppe von Teamchef Luis Enrique blieb am Samstag auch im zweiten Anlauf sieglos, musste sich im Duell mit Polen in Sevilla mit einem 1:1 begnügen. Zuvor hatte es zum Auftakt gegen Schweden ein 0:0 gegeben. Nach der Führung von Alvaro Morata (25.) sorgte Robert Lewandowski (54.) im Estadio La Cartuja nach dem Seitenwechsel für den Ausgleich.

Mit nur zwei Punkten sind die Iberer, die einen Elfmeter vergaben und noch ohne Kapitän Sergio Busquets antraten, als Dritter derzeit außerhalb der fixen Aufstiegsränge zu finden. Schweden (4) liegt vor der Slowakei (3) voran. Schlusslicht Polen (1) wahrte mit dem Punktgewinn die Chance auf das Weiterkommen, das auch vier der sechs Gruppendritten schaffen. Spanien matcht sich am Mittwoch mit der Slowakei, während sich die Polen und Schweden duellieren.

Aufseiten der Polen avancierte der in der 55. Minute eingetauschte Kacper Kozlowski mit 17 Jahren und 246 Tagen zum jüngsten Spieler, der jemals bei einer EM zum Einsatz gekommen ist. Der Mittelfeldspieler von Pogon Stettin verbesserte die erst vor sechs Tagen aufgestellte Bestmarke von Englands Jude Bellingham (17 Jahre, 349 Tage).

⚽ EM-Gruppe E: Spanien - Polen 1:1 (1:0)

Sevilla, La Cartuja Stadium, 12.500 Zuschauer, SR Orsato/ITA.

  • Tore: 1:0 (25.) Morata, 1:1 (54.) Lewandowski
  • Spanien: Simon - M. Llorente, Laporte, P. Torres, Alba - Koke (68. Sarabia), Rodri, Pedri - Moreno (68. F. Ruiz), Morata (87. Oyarzabal), Olmo (61. F. Torres)
  • Polen: Szczesny - Bereszynski, Glik, Bednarek (85. Dawidowicz) - Jozwiak, Moder (85. Linetty), Klich (55. Kozlowski), Puchacz - Swiderski (68. Frankowski), Lewandowski, Zielinski
  • Gelbe Karten: P. Torres, Rodri bzw. Klich, Moder, Jozwiak, Lewandowski
  • Besondere Ereignisse: Moreno schoss einen Elfmeter an die Stange (58.).

Die Spanier spielten wie auch schon im ersten Match viel zu langsam und konnten die Polen so nur selten vor echte Probleme stellen. Beinahe wäre zudem ein klassischer Fehlstart passiert, fehlte doch bei einem Klich-Weitschuss nicht viel (6.). Die Iberer verwerteten hingegen eine von nur drei Topchancen in Hälfte eins. Eine Moreno-Hereingabe lenkte Morata am Fünfer ins Tor ab. Der zuletzt in die Kritik geratene Stürmer rechtfertigte seinen Einsatz in der Startelf mit seinem 20. Treffer im Teamdress. Moreno selbst hätte beinahe nachgelegt, sein Freistoß strich knapp am Tor vorbei (34.).

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Die Polen wurden nur zweimal gefährlich und hatten im Abschluss kein Glück. Ein toller Linksschuss von Karol Swiderski sprang von der Stange zurück ins Feld, mit dem Nachschuss scheiterte Lewandowski an Unai Simon (43.). Fast im Gegenzug schoss Moreno nach einem Alba-Querpass vorbei (45.).

Szczesny und die Stange retten Polen das Remis

Nach Wiederbeginn waren teilweise gar die zum Auftakt der Slowakei mit 1:2 unterlegenen Polen besser und wurden mit dem Ausgleich belohnt. Lewandowski setzte sich im Luftduell mit Aymeric Laporte durch und köpfelte nach Jozwiak-Flanke ein. Der Bayern-Stürmer wurde damit endlich der hohen Erwartungshaltung gerecht. In der Folge waren aber die Spanier näher dran am Siegtreffer, ließen diesen allerdings leichtfertig liegen. Einen selbst herausgeholten Elfmeter schoss Moreno an die Stange, Morata konnte den Nachschuss nicht im Gehäuse unterbringen. Später zeichnete sich Wojciech Szczesny zweimal bei Topchancen von Morata (65., 83.) aus.

Damit war ein Lewandowski-Tor - das 67. seiner Karriere - wieder einmal ein gutes Omen für die Polen. Wenn der 32-Jährige im Teamdress traf, gab es in 44 Partien nur zwei Niederlagen. (APA)


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